© 2013, LES EDITIONS ALBERT RENE

Asterix bei den Pikten
10/24/2013

Asterix: Neubeginn im Schottenrock

Das erste Abenteuer ohne "Vater" Uderzo führt zu den Pikten und enttäuscht nicht.

von Peter Pisa

Darf man sich kindisch freuen? Asterix und Obelix sehen wieder alt aus – das ist nett gemeint.

Ähnlich alt wie in Zeiten des großen Geschichtenerzählers René Goscinny, der 1977 starb und Zeichner Albert Uderzo ab dem Heft „Der große Graben“ allein ließ; was von Album zu Album zu immer mehr Hoffnungslosigkeit Anlass gab.

Darf man es lustig finden, wenn eine schottische Musikgruppe, also in Röcken, den um einen Buchstaben veränderten Hit „Kilting Me Softly“ trällert?

Wenn ein anderer Schotte namens Mac YMesser Angst vor Maja hat, welche die Göttin der Bienen ist (man trinkt dort ziemlich viel Malzwasser bzw. Whisky) ... und Frau Mac Mamah den Obelix davon überzeugt, wie gut Räucherlachs schmeckt (sie gibt ihm sogar das Rezept mit) ... und der Zenturio berechtigterweise Habdenblus heißt?

Donnerstag in der Früh wurden allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz 1,5 Millionen Exemplare von „Asterix bei den Pikten“ aus dem Ehapa Egmont Verlag an die Trafiken und Buchhändler ausgeliefert.

Erste Eindrücke aus dem neuen Band

Band 35 ist das erste Abenteuer ohne Albert Uderzo. 86 ist der Franzose heuer geworden und ließ nach 54 Asterix-Jahren und weltweit 352 Millionen verkauften Heften die „Kinder“ los – seine Hand schaffte es nicht mehr, den Zeichenpinsel so exakt zu führen, wie er es gewohnt gewesen war.

„Ich bereue die Entscheidung nicht. Man muss zum richtigen Zeitpunkt aufhören können.“

War fast zu spät.

Man denke an seinen Band 33, „Gallien in Gefahr“. Da hat er sich eingebildet, es müsse eine UFO-Entführung geben.

Und in dem letzten von ihm gestalteten Band 34 „Asterix & Obelix feiern Geburtstag“ saßen die zwar unmodern gewordenen, aber trotzdem ewig jungen Comic-Helden als sentimentale Greise auf einem Bankerl.

Durch das neue Team Jean-Yves Ferri (Text) und Didier Conrad (Zeichnungen, sehr detailreich) kehrte verloren gegangener Humor zurück. Nicht zu vergessen durch den Übersetzer Klaus Jöken, der den gewaltigen Zuwachs an französischen Wortwitzen meist dichterisch bewältigte.

Kreisverkehr

An den bekannten Figuren durfte nichts verändert werden. Auch die Eigenarten mussten erhalten bleiben.

Bei den Pikten aber, zu denen Asterix und Obelix reisen, um zu helfen, konnte man sich austoben. Über diese Völker im heutigen Schottland ist wenig bekannt.

Deshalb kann’s schon sein, dass sie es waren, die das Piktogramm erfunden hatten: Mit dem Zeichen für Kreisverkehr konnten Feinde in die Irre geführt werden. Bestimmt.

Auch das Wort „Loch“ für schottische Seen eignet sich für Blödeleien. Traditionellerweise wird „Rock rund um den Loch“ gesungen.

Bemalt hatten die Pikten ihre Körper, um furchterregend auszusehen. Blümchenmuster standen ihnen aber auch ziemlich gut.

Dass im See ein Ungeheuer auftaucht, ist logisch. Allerdings hätte es nicht unbedingt aussehen müssen, als wäre es in einer „Fix und Foxi“-Geschichte gelandet.

Schotte Sean Connery hat übrigens keinen Gastauftritt. Er war schon in „Die Odyssee“, als James Bond.

Die Geschichte

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