„Apfelbaum II“: Umstrittenes Klimt-Gemälde wieder in Paris

Kulturministerium dürfte mehr gewusst haben, als man zugab.

Aufgrund einer KURIER-Recherche zog die Foundation Louis Vuitton noch am Tag vor der Eröffnung der Gustav-Klimt-Jubiläumsausstellung im Leopold-Museum ein Bild zurück. Denn der „ Apfelbaum II“, der einst August Lederer gehört hatte, wurde von der Republik an die falsche Familie restituiert – und ist daher wohl noch immer als geraubt anzusehen. Das Bild dürfte – aus Angst vor einer Beschlagnahme – wieder in Paris sein.

Erst am Freitagnachmittag veröffentlichte das Museum ein Statement. Da das Werk „Gegenstand eines Streites zwischen mehreren Personen und Institutionen ist, der noch nicht beigelegt werden konnte,“ habe man sich entschlossen, es nicht zu präsentieren. Zu dem Streit sei es gekommen, weil sich „jüngst herausgestellt“ habe, dass es bei der Rückgabe vor rund 18 Jahren zu einer Verwechslung gekommen sei.

Dieses Statement stimmt nicht. Über die fälschliche Restitution berichtete der KURIER am 5. Juli 2015 – vor drei Jahren! Und seit einem Jahr liegt die Bestätigung des Rückgabebeirats vor.

Das Museum erhielt den „ Apfelbaum II“ als Leihgabe im Gegenzug für Egon Schieles „Selbstbildnis mit Lampionfrucht“. Tobias Natter, Ex-Direktor des Leopold-Museums, meint, dass dem Austausch solch hochkarätiger Werke eine lange Planung vorausgehe; im Museum müsste daher bekannt gewesen sein, welches Werk man sich auslieh. Laut Insidern sei zudem bekannt gewesen, dass die Erben nach Nora Stiasny das Bild über Vermittlung von Daniella Luxembourg dem Milliardär Bernard Arnault verkauft haben. Das Kulturministerium habe bloß behauptet, nichts zu wissen – um nicht aktiv werden zu müssen.

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