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Kultur
12/09/2021

Alicia Keys ist hemmungslos und damit endlich glücklich

Die 15-fache Grammy-Gewinnerin veröffentlicht ihr Album „Keys“, bei dem sie zu jazzigen Piano-Songs zurückkehrt.

von Brigitte Schokarth

Als Einladung, „hemmungslos“ zu sein, sieht Alicia Keys ihr heute erscheinendes Album „Keys“. Denn damit pfeift die Amerikanerin auf Marktanforderungen und Erwartungshaltungen und macht genau das, was sie will.

„Die Leute lieben es, mich das Klavier spielen und jazzige, soulige, bluesige Songs singen zu hören“, erklärt sie. „Ich bin aber auch mit anderer Musik aufgewachsen und kann mich – so sehr ich das selbst liebe – nicht nur in diesem einen Stil ausdrücken.“

Deshalb hat Keys die am Klavier entstandenen Songs von „Keys“ (die „Originals“) zusammen mit dem Produzenten Mike Will Made It gesampelt und für die „Unlocked“-Versionen des Albums elektronisch bearbeitet: „Damit kann ich ein bisschen verrückter sein und all meine musikalischen Wünsche befriedigen.“

Dass die 40-Jährige diese neuen Songs als Einladung, hemmungslos zu sein, beschreibt, liegt nicht nur an der doppelten Ausführung. Damit bezieht sie sich auch auf die Inhalte und Texte. „Sie sollen animieren, die eigene Großartigkeit zu feiern, Emotionen, die uns wichtig sind, nicht zu verstecken. Es geht um Selbstvertrauen, um positive Energie und darum, dass ich mich jetzt in meiner Haut komplett wohlfühle.“

Es hat allerdings Jahrzehnte gedauert, bis die Musikerin, die mit sieben Jahren begonnen hatte, klassisches Klavier zu studieren, an diesen Punkt gekommen ist.

2000 feierte sie mit dem Hit „Fallin’“ und dem Debüt-Album „Songs in A Minor“ den Durchbruch, gewann fünf Grammys für das Album und wurde mit nur 19 Jahren zum Weltstar.

„Witzig ist, dass ich damals, als ich begann, genau wusste, wer ich bin und musikalisch sein will“, erinnerte sich Keys kürzlich in einem Interview mit der britischen Zeitung The Guardian.

„Wenn man dann in dieses Universum eintritt, das sich Musikbusiness nennt, denkt man, dass man an Selbstbewusstsein gewinnt, weil man all die Dinge erreicht, die man sich erträumt hat. Aber ich habe die Perspektive verloren. Vor ,Songs In A Minor’ musste ich nie jemandem gefallen, keiner hatte meine Musik je gemocht oder nicht gemocht. Sie war einfach nur das, was ich geliebt und gelebt hatte.“

Doch dann sah sie ihre TV-Interviews und begann, sich selbst zu analysieren und permanent zu fragen: Soll ich mich anders geben? Was kann ich besser machen? Und wenn eine Veröffentlichung anstand: Ist das Album erfolgreich genug? Oder schlimmer: „Bin ich genug, so wie ich bin?“

Das änderte sich erst mit einer Reise nach Ägypten, nach der sie zum ersten Mal in ihrer Karriere Grenzen setzte und Leute in ihrer Organisation kündigte, die sie „finanziell ausnützten“. Und sie arbeitete daran, ihren Selbstwert nicht mehr von der Anzahl der gespielten Shows oder der verkauften Platten abhängig zu machen.

Später begann sie, sich in der Öffentlichkeit ohne Make-up zu zeigen, um die Frage aufzuwerfen: „Wieso muss man einem bestimmten Standard an Äußerlichkeiten genügen, um als schön zu gelten?“

Es habe gedauert, sagt sie, sich nicht mehr von den Meinungen der anderen beeinflussen zu lassen. „Aber als ich mich ans Klavier setzte, um ,Keys’ zu schreiben, fühlte es sich so gut an, zu meinen Wurzeln, zum rohen Klavierspiel und zur jazzigen Energie zurückzukehren, mit der ich begonnen hatte. Und ich wusste, das ist das, was ich jetzt machen muss.“

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