Kultur 09.02.2017

150 Millionen Dollar für aus dem Belvedere restituierten Klimt - an Oprah Winfrey

"Adele Bloch-Bauer II" (Ausschnitt) © Bild: dapd

US-Medienunternehmerin verkauft Klimt an Chinesen

Oprah Winfrey, US-amerikanische Mediengroßunternehmerin, hat einen gewaltigen Kunstdeal vollzogen: Sie hat das Porträt "Adele Bloch-Bauer II", das aus dem Belvedere an die rechtmäßigen Erben resituiert worden ist, um 150 Millionen Dollar an einen chinesischen Käufer verkauft. Das berichtet Bloomberg.

Oprah Winfrey
FILE - In this Oct. 17, 2016 file photo, Oprah Winfrey attends the world premiere of "BOO! A Madea Halloween" in Los Angeles. Wi… © Bild: AP/John Salangsang
Art Auction The Scream
This undated photo provided by Christie's shows " Portrait of Adele Bloch-Bauer II ," by Gustav Klimt. The 1912 painting, which … © Bild: dapd
Der Verkauf sei einer der größten Kunstdeals des Vorjahres gewesen. Winfrey hatte das Bild 2006 um knapp 88 Millionen Dollar gekauft. Damit hat es in 11 Jahren 71 Prozent an Wert gewonnen.

Oprah Winfrey ist in den USA ein Superstar. Als Tochter einer minderjährigen Mutter wuchs sie in Armut auf. Ihre „Oprah Winfrey Show“ wurde zur erfolgreichsten Talkshow in der Geschichte des Fernsehens. Nach Einschätzung des New Yorker „Forbes“-Magazins gehört Winfrey zu den mächtigsten Frauen der Welt. Auf die „Time“-Liste der 100 einflussreichsten Personen kam sie häufiger als die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie ist Nordamerikas einzige schwarze Milliardärin.

Ihr selbstverdientes Vermögen machte Oprah Winfrey zum reichsten afroamerikanischen US-Bürger des 20. Jahrhunderts. Und es ermöglicht ihr, freigiebig zu spenden, für Notleidende, Museen und die von ihr gegründete Schule in Südafrika. Winfrey hat einen eigenen Sender, OWN (Oprah Winfrey Network).

Die Sammlung Bloch-Bauer

Über Jahre hingezogen hat sich der Rechtsstreit über fünf Gemälde von Gustav Klimt aus dem Belvedere mit den Erben nach Ferdinand Bloch-Bauer. Nach einer Entscheidung des Rückgabebeirats 1999, die Bilder nicht zu restituieren, bringen die Erben zunächst Klagen in Wien und später bei mehreren Instanzen in den USA ein - letztlich einigt man sich auf ein österreichisches Schiedsgericht. Dieses entscheidet am 15. Jänner 2006 für eine Rückgabe - nach heftigen Diskussionen über einen Ankauf, auf den Österreich die Option hat, beschließt die Republik, darauf zu verzichten.

„Adele Bloch-Bauer I“, „Adele Bloch-Bauer II“, „Der Apfelbaum“, „Buchenwald“ und „Häuser in Unterach am Attersee“ werden an die Erben um Maria Altmann restituiert. Der Verkauf von „Adele Bloch-Bauer I“ an den US-Mäzen und Kosmetikhersteller Ronald Lauder macht die „Goldene Adele“ mit einem Preis von 135 Mio. Dollar zum damals weltweit teuersten Gemälde. Die vier weiteren Gemälde werden um insgesamt 192,7 Mio. Dollar (151 Mio. Euro) versteigert. Das zumindest eines davon an Oprah ging, war damals nicht bekannt.

( kurier.at ) Erstellt am 09.02.2017