Ist Rambo ein Chihuahua?
Der Wortklauber freut sich sehr über Leserpost. Aber Achtung: Manchmal gehen die Fragen auch ins Private – wie z. B. jene von Leserin Ingrid H.: „Sind Sie eigentlich ein Fan von Beistrichen?“ Hier heißt es aufpassen, denn man will ja Komma-phobe Menschen nicht vor den Kopf stoßen. Daher muss die diplomatische Antwort lauten: „Ja, manchmal.“ Insbesondere gilt dies für Sätze wie: „Er will sie nicht.“ Hier könnte ein Beistrich für Klarheit sorgen – und zwar nach dem zweiten Wort des Satzes.
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Mag. Theodor Z. fragt: „Ich hab kürzlich in einer deutschen Zeitung von ,Störchinnen‘ gelesen. Müssen Tiernamen nun auch gegendert werden?“ Nein, das müssen sie (noch) nicht. Generell gilt: Jede Tierart hat im Deutschen ein festes grammatikalisches Geschlecht (= Genus), das nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun hat (der Hund / die Katze / das Pferd). Man geht also mit dem „Hund“ spazieren, egal, ob er männlichen oder weiblichen Geschlechts ist. Wenn das biologische Geschlecht (= Sexus) wichtig ist, gibt es dafür bei manchen Tierarten eigenständige Begriffe (Rüde/Hündin, Eber/Sau, Hengst/Stute), bei anderen wird der Zusatz -kuh (z.B. Hirschkuh) oder -weibchen (z.B. Gorillaweibchen) verwendet.
Praxistipp: Verzichten Sie bei Tieren auf das Gendern und erst recht auf Gender-Symbole. Ob Sie in einen Hundehaufen, Hündinnenhaufen oder Hünd:innenhaufen steigen, macht wenig Unterschied. Wählen Sie stattdessen geschlechtsspezifisch eindeutige Namen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein „Enzo“, „Rocco“ oder „Rambo“ für ein Chihuahua-Weibchen gehalten wird, ist ebenso gering wie jene, dass „Daisy“, „Bambi“ und „Minnie“ als Bulldogge, Rottweiler oder Belgischer Schäferhund eingestuft werden.
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Dr. Wolfgang N. hat kürzlich von der EU-Transparenz-Richtlinie gelesen. Sein Vorschlag: „Wäre es nicht besser, eine Transpiranz-Richtlinie einzuführen?“ Da hat der gute Mann recht: Eine sommerliche Fahrt in der Wiener U6 würde schlagartig erträglicher werden.
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Fundstück der Woche: „Schlafsack für Erwachsene mit Armen & Beinen“ (Produktbeschreibung eines Schlafsackanzugs im Online-Versand) – Wer oder was hier über Arme und Beine verfügt, bleibt unklar.
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Wolfram Kautzky ist Philologe und geht gerne den Wörtern auf den Grund.
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