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Überdosis Vergangenheit

Warum feiern wir Miles Davis, Marilyn Monroe und andere Ikonen? Weil sie Zusammenhalt stifteten. Heute gelingt das Stars kaum noch.
Michael Huber
46-225075519

Ich konnte in den vergangenen Tagen nur einen kleinen Teil jener Inhalte konsumieren, die Kulturikonen des 20. Jahrhunderts gewidmet waren. Es war einfach zu viel: Nicht nur gedachte man der 100. Geburtstage von Miles Davis und Marilyn Monroe – es war auch noch der Tod des Jazz-Giganten Sonny Rollins zu betrauern (er starb mit 95).

Wir zelebrieren den Abschied vom 20. Jahrhundert nun schon seit Jahrzehnten. Kulturjournalisten und -journalistinnen verbringen gefühlt immer mehr Zeit damit, Nachrufe zu verfassen (ob das auch messbar so ist, möge ein Kommunikationswissenschafter bitte herausfinden). Der Medienwandel, der dahinter steht, ist offensichtlich: Heutige Stars sind nicht mehr auf dieselbe Art im Leben der Menschen verankert, wie es Marilyn, Miles & Co. waren. Die Nostalgie der Zukunft wird also auch nicht mehr das sein, was sie mal war. Bis dahin feiern wir Ikonen von gestern.

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