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Jahrelang „nicht gesehen“ - und dann die ungeschminkte Emotion

Beim Österreichischen Filmpreis machten Elke Winkens und Simon Schwarz darauf aufmerksam, wie stark Rollenklischees noch wirken.
Peter Temel
VERLEIHUNG "ÖSTERREICHISCHER FILMPREIS 2026" / WINKENS

Schauspielerinnen und Schauspieler werden oft auf Rollentypen festgelegt. Beim Österreichischen Filmpreis (nachzusehen auf ORF ON) machten zwei Ausgezeichnete darauf aufmerksam. Simon Schwarz freute sich über seinen Preis, „auch wenn Sie es nicht sehen können“. Meistens werde er ja als „Kasperl“ besetzt, in Alexandra Makarovás „Perla“ hingegen nicht. 

Elke Winkens wurde für ihre Rolle als Mutter in „How to be Normal and the Oddness of the Other World“ ausgezeichnet. „In einer Zeit, in der mich niemand mehr gesehen hat, hast du mich gesehen“, bedankte sie sich bei Regisseur Florian Pochlatko.

Winkens war über viele Jahre omnipräsent – irgendwann aber nicht mehr. In ihrer elektrisierenden Rede sagte sie: „Mir wurde nach diesem Film oft gesagt: ,Elke, du hattest Mut zur Hässlichkeit.' Dabei war ich nur nicht geschminkt.“ 

Sah man ihren Auftritt voll ungeschminkter Emotion und Witz, fragte man sich, wie man darauf so lange verzichten konnte.

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