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Live und nicht-live

Auch nur etwas Aufgewärmtes, nur „modern“ betitelt.
Christina Böck

Früher hat man einfach Wiederholung gesagt. Aber heute geht das nicht mehr. Da wüsste man ja gleich, dass man einfach nur etwas Altes erneut vorgesetzt bekommt. Das wäre fast so, als würde man noch Entlassung statt Freisetzung sagen oder Altersheim statt Seniorenresidenz. Geht natürlich nicht. 

Am Montag hat Servus TV das Fußball-WM-Finalspiel noch einmal gezeigt, und nicht vielleicht als schnöde „Wiederholung“, sondern als „Re-Live“-Übertragung. Also: eh wie live, nur nicht mehr wirklich live. Das ist offenbar das neue „live-zeitversetzt“ – auch nicht live, aber sagen Sie’s nicht weiter. Da kann man sich offenbar besser vorstellen, dass man den öden Kick, die bizarre Halbzeitshow, den bis zur Weltvergessenheit selbstverliebten Trump und die unwürdige Rauferei nach dem Abpfiff nicht schon gesehen haben könnte. Dazu passt als Snack übrigens am besten „Re-Eat“, der neue Name für Restlessen.

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