Gangsterparadies
Wer die Welt des Verbrechens ästhetisch packend aufbereitet haben wollte, schaute lange Zeit nicht nach Wien: Mafiafilme und Hip-Hop-Videos waren sexyer als verrauchte Tschocherln am Gürtel oder im Prater, die gleichwohl den Humus für zahllose österreichische Krimis bildeten. Diese inspirierten wieder die artifiziell überdrehte Strizzi-Ästhetik in neueren Serien („Crooks“) und bei popkulturellen Kunstfiguren wie Voodoo Jürgens oder Wanda.
Die Nacherzählung der realen Fehde zwischen den Unterweltbossen Josef „Notwehr“ Krista und Josef „der Gschwinde“ Angerler, die ORF 1 am Donnerstag in der Reihe „True Stories“ sendete, war durch denselben Nostalgiefilter gelaufen: Sixties-Tapeten, vorgeblendete Uralt-Fernseher und die Inszenierung nachgespielter Szenen ließen 1968 stark nach 2026 aussehen. Was okay ist: Wir wissen heute die Konstruiertheit des „Echten“ zu durchschauen.
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