Fiktion überholt Realität

Spürt Hollywood Tendenzen des Weltgeschehens früher auf - oder verhalten sich Menschen einfach wie Superschurken?
Michael Huber
U.S. Border Patrol Chief Gregory Bovino in Minneapolis

Erinnern Sie sich an Greg Bovino? Das war der Kommandant der US-Grenzschutzbehörde, der für die tödlichen Einsätze in Minneapolis verantwortlich war und in Pension geschickt wurde. Ich bin nicht der Erste, dem auffiel, dass er eine starke Ähnlichkeit mit dem fiktiven Steven J. Lockjaw aufweist, der im Film „One Battle After Another“ von Sean Penn gespielt wird (er bekam einen Oscar für die Rolle).

Dabei wurde der Film lange vor den Ereignissen in Minneapolis gedreht: Es bestätigt sich wieder einmal die These, dass Film und Fernsehen die Muster der Gegenwart manchmal schneller erkennen, verstärken und aufzeigen als andere Instrumente. Andersherum lässt sich auch konstatieren, dass real agierende Personen sich zunehmend an die Erscheinungs- und Verhaltensmuster von Superschurken und Comichelden annähern. Den krachenden Film-Showdown brauchen wir in der Realität halt nicht.

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