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Elite ohne Stil

Der Kunstmarkt öffnet immer auch ein Fenster auf die Eliten einer bestimmten Zeit. Wer heute durchschaut, sieht..... nichts.
Michael Huber

Erinnern Sie sich noch an Bert Cooper? In der Kultserie „Mad Men“ war er der Chef jener Werbeagentur, die den fortschrittlichen Zeitgeist der 1960er-Jahre exemplifizierte. Sein Büro war das Allerheiligste der Agentur, an der Wand hing dort ein abstraktes Gemälde von Mark Rothko – wie eines von jenen, die bei Auktionen in New York gerade Preise um die 100 Millionen Dollar erzielen. 

Wir wissen nicht, wer die Bilder dort gekauft hat. Es sind aber vermutlich nicht Menschen, die ihr Geld mit klassischer Werbung und Lifestyle-Magazinen verdient haben: Jene Elite, deren Stil auch vielen Nicht-Ganz-so-Reichen als Vorbild galt und die als Mäzene den Kulturbetrieb mitformten, stirbt gerade aus. Ihre Nachfolger – hallo, Herr Musk – mögen reicher sein, sie bleiben aber unsichtbar, Geschmack ist bei ihnen keiner zu erkennen. Welche Retro-Serien wird man eines Tages wohl über die Reichen von heute drehen?

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