Mehr als eine Milliarde Umsatz mit Kunst: Rekordauktion in New York
Zusammenfassung
- Bei Christie's in New York wurden neue Auktionsrekorde für Werke von Jackson Pollock, Mark Rothko, Constantin Brancusi und Joan Miró erzielt.
- Pollocks "Number 7A, 1948" wurde für 181,2 Mio. Dollar verkauft und ist nun das viertteuerste Werk, das je auf einer Auktion versteigert wurde.
- Auch Brancusis "Danaïde", Rothkos "No. 15 (Two Greens and Red Stripe)" und Mirós "Portrait de Madame K." erzielten jeweils neue Höchstpreise.
1, 1 Milliarde US-Dollar wurden Montagabend (Ortszeit) bei Christie's in New York umgesetzt: Es ist das erste Mal in der Auktionsgeschichte, dass dieser Wert an nur einem Abend überschritten wird. Bei der Versteigerung, die Teil der traditionellen Mai-Auktionswoche der großen Häuser ist, fielen mehrere Preisrekorde, allen voran jener für ein Werk des Abstrakten Expressionisten Jackson Pollock: Das 334 cm breite abstrakte Gemälde "Number 7A, 1948" wurde für 181,2 Millionen Dollar inklusive Gebühren (155,56 Mio. Euro) verkauft.
Der bisherige Rekord hatte bei 61,2 Millionen US-$ (erzielt im Jahr 2026) gelegen - allerdings nur bei Auktionen: Laut Angaben der New York Times wechselte bereits 2006 ein so genanntes "Drip Painting" Pollocks um 150 Millionen US-$ den Besitzer, ein weiteres im Jahr 2015 um 200 Millionen. Der Künstler war mit seiner Methode, Farbe auf die Leinwand tropfen zu lassen, bekannt geworden. Das nun versteigerte Gemälde ist laut Christie's das größte, das sich noch in privaten Händen befindet: „Mit diesem Werk hat sich Pollock endlich aus den Fesseln der traditionellen Staffeleimalerei befreit", heißt es im Katalogtext.
107,6 Millionen Dollar für einen Bronzekopf
Pollocks Werk war aber nicht das einzige, das bei der Auktion die 100 Millionen-Dollar-Marke überschritt: Neu im elitären Club ist der Bildhauer Constantin Brancusi (1876–1957), dessen Werk "Danaïde" 107,6 Millionen Dollar erzielte - gegenüber 71,2 Millionen Dollar für seinen bisherigen Rekord aus dem Jahr 2018.
"No. 15 (Two Greens and Red Stripe)" (1964) von Mark Rothko (1903–1970) wurde für 98,4 Millionen Dollar versteigert, und "Portrait de Madame K." von Joan Miró (1893–1983) fand für 53,5 Millionen Dollar einen Käufer. Die bisherigen Rekorde für den Amerikaner (86,9 Millionen Dollar) und den Katalanen (37 Millionen Dollar) waren 2012 aufgestellt worden.
Medienmagnaten und Mäzene
Die Top-Rekordbilder der Christie's Auktion stammten allesamt aus der Sammlung des 2017 verstorbenen Medienmagnaten Samuel Irving (S. I.) Newhouse - 630 Millionen US-$ des umsatzstarken Abends wurden insgesamt mit dieser Sammlung gemacht.
Gemeinsam mit anderen Werken, die schon zuvor auktioniert wurden, hat die Kollektion laut Christie's bereits mehr als eine Milliarde US-$ umgesetzt. Wie der Branchendienst Artnet ausführt, hatte allein der Brancusi-Kopf eine Wertsteigerung um mehr als das Vierfache erfahren: Newhouse hatte ihn 2002 um damals 18,2 Millionen US-$ gekauft.
Schätzungen zufolge soll bei der New Yorker Auktionswoche Kunst im Wert von rund 2,6 Milliarden US-Dollar den Besitzer wechseln: Die Dichte an hochklassigen und hochpreisigen Werken, die zum Verkauf gelangen, ist nach einer Flaute wieder gestiegen. Bereits in den vergangenen Tagen hatte es bei Sotheby's hohe Preise, u. a. für Werke von Mark Rothko aus dem vormaligen Besitz des Bankiers Robert Mnuchin und der Philantropin Agnes Gund, gegeben.
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