Entkarlung
Als der Snowboarder Benjamin Karl seine zweite Olympia-Goldene mit nacktem Oberkörper und Urschrei-Pose feierte, hatte man schon das dumpfe Gefühl, dass hier etwas zu viel raus muss. Zuletzt kamen Aussagen Karls über die Aufteilung der Familienarbeit zum Vorschein, die Empörung auslösten. Ja, dieses Rollenbild ist tatsächlich unzeitgemäß,ziemlich daneben und darf natürlich auch kritisiert werden.
Aber was jetzt passiert, ist ein einzigartiger Vorgang. Zunächst wurde auf Wunsch Karls jene Ausgabe des "Mindgames"-Podcasts gelöscht, die der Auslöser war. Dann verschwand Karl am Montag von der Gästeliste bei „Sport und Talk aus dem Hangar-7“. ServusTV sprach von einem „redaktionellen Irrtum“, Karl sei nie eingeladen gewesen. Nun wurde sogar sein Auftritt bei der „Gruaberin“ (wo sonst auch Krawall-Jugendforscher eingeladen sind) auf ServusTV On gelöscht.
Diese „Entkarlung“, auch wenn sie selbst gewählt sein sollte, geht etwas zu weit. Im Idealfall sollte man die dahinterliegende Geisteshaltung sachlich besprechen und gegebenenfalls verändern. Einfach das Gesicht aus den Medien zu ziehen, dient der Sache nicht.
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