Alte Medien (II)

Eine ORF-Doku zeigte Utopien von früher, nutzte Zukunftstechniken von heute und sah am Ende alt aus. Geschichte ist kompliziert.
Michael Huber
Wien, wie es niemals war (1/2)

Zuletzt äußerte ich hier meine Faszination über die vielen Möglichkeiten, mit denen heute alte Fotos, Aquarelle oder Kupferstiche für TV-Dokumentationen zu historischen Themen aufbereitet werden können. Die Produktion „Wien, wie es niemals war“ lieferte am Dienstag auf ORF III weitere Beispiele dafür (2. Folge am 10. 3.): Es ging um die vielen utopischen Stadtpläne, die etwa einen Kopfbahnhof am Stephansplatz, einen Prachtboulevard zwischen Stephansdom und Prater und eine Art Mega-Schönbrunn vorsahen.

In der Doku wurden manche dieser Visionen zum Leben erweckt. Allerdings operierte die Produktion aus dem Jahr 2023 noch ohne die heute verfügbaren KI-Bildgeneratoren, und so sehen manche 3-D-Ansichten fast schon wieder alt aus. Man merkt also, dass Utopien von heute genauso einen Zeitstempel tragen wie etwa Otto Wagners Visionen von anno dazumal. Das zu erkennen, überfordert aber erst einmal.

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