Warum sind bei Flugzeugen die Flügelspitzen nach oben gebogen?

Luftfahrt-Experte Kurt Hofmann beantwortet jede Woche Fragen rund ums Fliegen.
Kurt Hofmann

Kurt Hofmann

Warum sind bei manchen Flugzeugen die Flügelspitzen nach oben gebogen?

Antwort: Die gebogenen Flügelspitzen sind treibstoffsparende Vorrichtungen, welche eine Reduzierung des Spritverbrauchs und der CO₂-Emissionen ermöglichen. Diese sogenannten „Winglets“ erwirken durch die Vergrößerung der effektiven Spannweite sowie einer Minimierung des Widerstands bis zu vier Prozent Ersparnis an Treibstoff. Das erhöht zudem die Reichweite und verringert sogenannte Wirbelschleppen an den Flügelspitzen.

Winglets sind meist nach oben (oder auch nach unten) gebogen, was zudem eine verbesserte Startleistung bringt. Bei Auslieferungen neuer Flugzeuge, sei es der Airbus A320neo oder Boeing 737MAX, sind die Winglets bereits installiert. Ältere Modelle, wie Airbus A320ceo oder Boeing 737-800, werden vielfach nachgerüstet. Auch die drei bis zu 28 Jahre alten Boeing 767-300ER der Austrian Airlines wurden mit sogenannten „Blended Winglets“ ausgerüstet und erzielen dadurch rund 1.000 Tonnen Einsparung an Kerosin pro Jahr bei gleichzeitiger Erhöhung der Reichweite. Bei den Großraumflugzeugen der neuesten Generation, etwa Airbus A350 oder Boeing 787, sind diese Flügelspitzen wiederum anders geformt.

Denn deren reale Spannweite bringt mehr Nutzen als etwa hohe (gebogene) Winglets, wie sie etwa beim A320neo verwendet werden. Die Aerodynamik, Struktur aber auch das Einsatzprofil von Großraumflugzeugen unterscheiden sich deutlich von jenen der Mittelstreckenflugzeuge.

Kommentare