Schnee zu Ostern: Einmal noch schönster Partyort der Welt

Ein letztes Mal in dieser Saison auf die Piste - und dann auch ins Après-Ski-Lokal.
Axel Halbhuber
++ THEMENBILD ++ WINTERSPORT / SKI / SKIFAHREN / TOURISMUS / FREIZEIT

Das Wetter ist ein Zyniker, habe ich immer schon gesagt, aber die anderen immer so: Es gibt kein schlechtes Wetter und jetzt haben wir den Wintersalat: Die zarten Tulpenknospen kriegen eine Eiszeitwatschen, meine gerade geschlüpften Insektenhotel-Bienen frieren sich den Stachel ab und der Stammtisch rülpst wieder einmal ein No-wos-is-jetz-mitn-Klimawandel-blöööörb hervor.

Aus Urlaubssicht jedoch kommt dieser Kälteeinbruch samt Schneefall so gelegen, dass die nächste Verschwörungstheorie nicht weit und eigentlich kaum zu widerlegen ist: Alles wird gesteuert von Touristikern, die in einem großen Flugzeug über uns kreisen und über uns bestimmen, sie machen, was sie wollen und lassen es am Ende des warmen Märzes dann schneien, nur weil Osterferien sind und sie noch mehr Skitickets verkaufen wollen, wir werden gesteuert, erkennt ihr das nicht, lesen Sie doch mal im Internet nach!

Ich glaube ja nicht an dergleichen (obwohl, komisch ist es schon oder?!?!?!1111!!!!). Und ich bin froh, dass ein letztes Mal Winter ist, damit ich meine Gedanken über die Skihütte als solche loswerden kann. Das ist auch deswegen wichtig, weil sich niemand wirklich um das Image dieser aus Holz oder Holz-Imitat gezimmerten Grundsäule des österreichischen Ich-Gefühls kümmert. Niemand hält gegen die Anpatzungen, dass auf Skihütten alles zu teuer wäre und dass der Schnaps dort nur ein Fusel wäre und dass das Niveau dort nicht zeitgemäß wäre. Ich verstehe gar nicht, dass die rot-weiß-geschminkten Patrioten da nicht aufstehen und sagen: Ein Germknödel kostet zu Recht so viel, das muss uns unsere Kultur wert sein. Nein, das sagt niemand, wir wollen autochthone Kost, aber zu globalisierten Preisen, und wir wollen ausgelassene Stimmung, aber im Sinne des neubiedermeierlichen Anti-Rock-’n’-Rolls.

Ich übernehme das also einmal: Die Skihütte (und ihr verhaltensauffälliger Verwandter, die Après-Ski-Bar) sind der beste Platz zum Feiern überhaupt. Im Gegensatz zu sonstigen Partyversammlungen muss hier keiner weg, weil er noch einen anderen Termin hat ... welchen denn auch. Oder jemand muss die Feier verlassen, weil er noch einen Zug erwischen muss ... ist eh alles ums Eck. Und niemand denkt sich die ganze Zeit, daheim auf der Couch wäre es auch ganz schön ... weil die meisten Quartiere ohnehin keinen gescheiten Fernseher haben. Also feiern alle mit, voller Inbrunst und ohne Fluchtreflex.

Aber, und das ist entscheidend: nicht ewig. Weil es drücken ja dann doch die Skischuhe. Und ein bisserl dampft der Mief ja doch aus dem Funktionsunterleiberl. Diese Woche geben wir uns das noch einmal. Aber dann darf er kommen, der Sommer.

Kommentare