Kolumnen
05.05.2018

Trash is King!

Über die unerwiderte Jugend-Liebe zu einem Mega-Star, die auch nach 30 Jahren noch Bestand hat.

Meine erste große Liebe hatte eine Problemfrisur, viele Haare auf der Brust und einen Pontiac, der sprechen konnte: David Hasselhoff, vulgo Michael Knight.
In meiner Volksschulzeit gab es kein Foto von Hasselhoff, das ich nicht aus der Zeitung geschnitten und in ein Heft geklebt hätte. Hab das Album nun wiedergefunden. Mittendrin ein Bild von meinem Schulfreund Markus (etwas verdeckt von seiner  Zahnspange) und mir. Mit nach oben gestreckten Daumen stehen wir neben K.I.T.T. und strahlen wie zwei frisch lackierte Hutschpferde. Wir beim  David-Hasselhoff-Konzert! Neulich, vor 30 Jahren.

Robert, der große Bruder von Markus, hatte für uns Neo-Rocker super Ratschläge parat: Fanpost! Schreibt jeder, hat er gesagt. Nach Konzerten sei die ganze Bühne mit Fanpost übersät. Vielleicht würde  sich Hasselhoff („The Hoff“ hat ihn damals keiner genannt) nach unserer bücken. Wir Tafelkratzer haben uns die Finger wund geschrieben – auf Snoopy-Briefpapier. Nach dem Konzert lagen tatsächlich zig Briefe auf der Bühne. Alle mit Snoopy-Aufdruck.

Robert hat das nicht gesehen. Er ist nach der Vorband gegangen, weil er sich zu cool für ein Hasselhoff-Konzert fand.

Pah! Trash-Image hin oder her – diese Woche feiert The  Hoff sein 30-jähriges Bühnen-Jubiläum in Österreich! Der „ Chuck Norris der Mitklatschmusik“, wie    Die Welt schreibt. Ein Event,  mehr Klassentreffen als Rockkonzert.

Kann ich bestätigen. Im Vorfeld ringsum die bange Frage: Welches Outfit? Rote Badehose und Badeschlapfen?  Lederjacke? Saure Dauerwelle? Offenes Hemd? Aufgeklebtes Brusthaar?
Letzteres ist Kult, seit Biologen, die offenbar zu viel Baywatch geschaut haben, am Grund des Atlantiks eine Krabbe aufgespürt haben. So weit, so uninteressant. Hätte sie nicht ausgesehen wie Mitch, der Bademeister von Baywatch. Zumindest was die üppige Behaarung auf ihrem Brustpanzer angeht, fanden die Forscher. Sie haben das Tier ohne mit der Wimper zu zucken „Hoff-Krabbe“ getauft.

An alle, die dieser Tage auf Hasselhoff-Konzerten herumkrebsen: Don’t hassel the Hoff!