Kolumnen
11/16/2020

Seit 73 Jahren: Der Zauber der Gravur

Das bestgehütete Geheimnis am britischen Königshof kennen nur drei Personen.

von Lisbeth Bischoff

Was auf der Innenseite jenes Eherings geschrieben steht, den einst Prinz Philip von Griechenland und Dänemark seiner „Lilibeth“ in der Westminster Abbey am 20. November 1947 an den Finger gesteckt hat, wissen nur die Queen, ihr Ehemann und natürlich der Goldschmied, der für die Gravur verantwortlich zeichnet.

Auffallend ist sie jedenfalls die Kombination aus Verlobungs- und Ehering. Der Ehering Ihrer Majestät ist aus walisischem Gold gefertigt. Ein Geschenk der Bewohner von Wales – die Tradition verlangt es so.

Auch der Verlobungsring entstand aus einem Geschenk. Prinz Philip ließ ihn aus einem edlen Diadem fertigen, das einst seiner Mutter, Prinzessin Alice von Battenberg, gehörte. Kein Geheimnis ist allerdings, warum er durch seine Heirat mit der späteren Königin Elizabeth II. nicht auch selbst zum König avancierte – ganz im Gegensatz zu den Frauen, die einen König zum Manne nehmen und als Königinnen tituliert werden (in Anlehnung an jene Frauen, die auf dem Standesamt promovieren).

Laut Reader’s Digest berücksichtigt das parlamentarische Recht Großbritanniens das Geschlecht zwar nicht bei der Bestimmung der Nachfolgelinie, jedoch bei der Benennung von Titeln.

Normalerweise nimmt eine Frau die weibliche Form des Titels ihres Mannes an: so wurde Meghan Markle zur Herzogin von Sussex, nachdem ihr Prinz Harry zum Herzog von Sussex ernannt wurde.

Für Ehemänner gilt diese Regelung übrigens nicht, schon gar nicht, wenn es um regierende Monarchinnen geht. Königin kann ein symbolischer Titel sein, aber König beschreibt immer nur den regierenden Monarchen.

Im Klartext: „Königin“ kann entweder „weibliche Monarchin“ oder „die Frau eines Monarchen“ bedeuten, während „König nur „Monarch“ bedeuten kann.

Ein Überbleibsel eines historisch patriarchalischen Regierungssystems, das die Söhne gegenüber den Töchtern bevorzugt.

Zudem gibt es Aufschluss darüber, warum der König in einem Kartenspiel mehr zählt als die Königin. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Man darf nur anmerken: Leider.

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