Kolumnen
07/20/2020

Prinz wird zum König getrimmt

William und Catherine versuchen, ihren Erstgeborenen George angstfrei zu erziehen.

von Lisbeth Bischoff

Im April 2016 äußerte sich der britische Prinz William (38) in einem BBC-Interview: „Ich möchte meine drei Kinder in einer glücklichen, stabilen und sicheren Welt erziehen. Das ist für uns als Eltern wichtig. Ich will nicht, dass George (6) nur hinter Palastmauern aufwächst. Er muss draußen sein.“

Um seinem Sohn so lange wie möglich ein unbeschwertes Leben zu ermöglichen, habe er ihm noch nicht erklärt, welch „herausragende Rolle“ er in Zukunft für sein Land spielen wird.

Eines Tages wird Prinz George den Thron des Vereinigten Königreiches und Nordirlands besteigen. Er wird wohl

wie Opa Charles und Papa William eine Militärlaufbahn einschlagen müssen.

Als Prinz George am 22. Juli des letzten Jahres sechs Jahre alt wurde, war es an der Zeit, um ihn hinsichtlich seiner Ausbildung mehr zu fordern. Er besucht die Privatschule „Thomas Battersea“ im Süden Londons.

Noch mehr Verantwortung und noch mehr Disziplin werden vom Klein-Royal erwartet. Auf dem Stundenplan stehen allabendlich zehn Minuten Lektüre und wöchentlich eine neue Buchstabierregel.

Da George optimal auf sein späteres Leben vorbereitet werden soll, gibt es auch das Fach PSHCE (Personal, Social, Health and Citizenship Education), das sich auf sozialer und persönlicher Ebene mit den Kindern auseinandersetzt. Sicher scheint, dass George ohne Drill, Härte und Disziplin, denen seine Ahnen noch ausgesetzt waren, aufwachsen darf.

So mussten sich Queen Elizabeth, damals noch Prinzessin, und ihre jüngere Schwester Margaret (1930–2002) von ihrem Großvater, König George V. (1865–1936), jeden Abend rückwärts schreitend und unter ständigem Knicksen vor ihm mit den Worten „Wir wünschen Eurer Majestät eine friedliche Nachtruhe“ verabschieden.

Ein Satz von König George V. macht dabei nachdenklich: „Mein Vater, Edward VII. (1901–1910), hatte Angst vor seiner Mutter, Queen Victoria (1819–1901). Ich hatte Angst vor meinem Vater, und ich werde verdammt noch mal dafür sorgen, dass auch meine Kinder Angst vor mir haben.“

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