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Das große Nichts

Alle wollen die Sonnenfinsternis sehen. Aber bedeutet Finsternis nicht, dass man nichts sieht?
Wolfgang Kralicek

Augenärzte warnen vor der Sonnenfinsternis: Man soll auch dann nicht in die Sonne schauen, wenn man sie gar nicht sieht. So eine Sonnenfinsternis ist überhaupt ein Paradox: Alle wollen sie sehen. Dabei ist es doch das Wesen von Finsternis, dass man nichts sieht.

Für die Sonnenfinsternis gilt: Weniger ist mehr. Je weniger man von der Sonne sieht, desto besser. Das Nonplusultra ist die „totale“ Sonnenfinsternis. Die Sonne ist dann nur noch ein schwarzes Loch mit Lichtrand. Was macht die Sonnenfinsternis so faszinierend? Erstens ist sie sehr selten. Zweitens ist sie unheimlich: Wenn die Sonne finster wird, schwingt ein Hauch Apokalypse mit.

Um die Stimmung wieder aufzuhellen, sei hier an einen alten Witz aus dem Film „Die nackte Kanone“ erinnert. Der von Leslie Nielsen gespielte Polizist ruft in ein Megafon: „Gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen!“ – während hinter ihm gerade eine Feuerwerksfabrik explodiert. Wobei die Pointe bei der Sonnenfinsternis ist, dass es im besten Fall wirklich nichts zu sehen gibt.

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