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Pfeifengras

Ein Plädoyer gegen die Ziergräser, die neuerdings in jedem Dorf aus dem Boden schießen.
Gert Korentschnig

Von vertrockneten Wiesen angesichts der Hitzewellen war hier zuletzt die Rede, von braunen Gstettn und verdursteten Halmen. Aber auch davon, dass Ziergräser als Alternative zumeist keine Augenweide sind.

Das stieß bei der großen Familie der Ziergras-Skeptiker auf Zustimmung. Die einen bemängeln, dass diese bis zu 1,50 Meter hohen Ungetüme, die oft aus Kreisverkehren ragen, die Sicht für Autofahrer behindern. Andere finden sie ästhetisch banal, einige sogar scheußlich. In Wien gibt es ernsthaft Parks, in denen sogar Rosenbüsche ausgegraben und durch Ziergräser ersetzt wurden.

Freunde des gepflegten Rasens, nicht nur in Wimbledon, fragen sich jedenfalls, wer Gartenarchitekten eingeredet hat, die Mückenhirse, die Japan-Segge, das Hasenschwanzgras, Lampenputzergras oder auch Süßgräser wie der Riesenschwingel seien schön. Das Pfeifengras könnte man wenigstens zu rauchen versuchen, aber ob das die Lösung ist? Die bessere: abschneiden und regionale Pflanzen setzen. Das gezüchtete Gras ist nicht immer eine Zier.

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