Mozart raus!
Die Mozart-Verkäufer in der Wiener Innenstadt dürfen nur noch bis Ende Juni ihrer Tätigkeit nachgehen. Na sowas! Aber welcher Tätigkeit, könnte fragen, wer sie nicht kennt? Verkaufen sie Mozarts? Wenn ja, in welcher Form? Als Kugeln? Als Leberkäse? Als Eis? Als Tamagotchi? Nein, sie verkaufen Karten, also nicht Pokémons, sondern Konzertkarten für Aufführungen, in denen teilweise Musiker in Mozart-Kostümen spielen. Wollen Touristen daheim wirklich erzählen, dass die Menschen in Wien sogar beim Musizieren seltsame Perücken tragen?
Leider haben Mozart-Verkäufer in Hinblick auf den guten Ton (also nicht beim Konzert, sondern beim Umgang mit potenziellen Kunden) übertrieben. Wer sie kennt, macht einen Bogen um sie, um ja nicht angequatscht zu werden. Dennoch ist es ihnen gegenüber ein bissl gemein, ihren Job zu unterbinden. Müssen sie nun auf Schubert umschulen? Auf Schönberg? Auf Jelinek? Oder gar auf Michael Ludwig? Für die Augen ist das Verbot jedenfalls völlig richtig. Und für die Ohren. Auch Touristen haben ein Anrecht darauf zu hören, wo die gute Musi spielt.
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