Nicht lesen!
Ein Blick. Ein Erfassen. Ein Abwägen. Tag für Tag das gleiche Dilemma. Die Standard-Schlagzeile lautet: „Warum Ranch-Dressing der unerwartete Star der Fußball-WM ist.“ Die Autosuggestion startet sofort: Ich werde das nicht lesen, nicht lesen, nicht lesen. Der Kurier titelt: „Trump wütet und warnt.“ Nein, nein, nein. Der ORF meldet: „Moorfrosch-Kaulquappen zurück in Kärnten.“ Nicht ansurfen, nicht klicken, einfach lassen. Die Presse fragt: „Taylor Swift trug auf ihrer Hochzeit Dior – aber was trug Adam Sandler?“ Was bitte, wie bitte, warum bitte, wer will das wissen? Nicht mit mir!
Die News-Musi spielt online, that’s Rock ’n’ Scroll. Dabei wird deutlich: Wir sind mit der Verführung unserer Wisch-und-Tipp-Finger nicht alleine. Es gibt keine Gesetzmäßigkeiten bei der Selektion, nur (niedere) Instinkte. Diesem Treiben kann man freilich – der Rat zum Wochenstart – bewusst entgegentreten. Fürs eigene Geisteswohl. Alles nur eine Frage des Willens. Ranch-Dressing ist übrigens ein cremiger Mix aus Buttermilch, Mayonnaise und Kräutern und sammelte als Video-Empfehlung 1,5 Millionen Likes.
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