Bester Lehrer der Welt
Spaniens Sieg im WM-Finale war aus zwei Gründen erfreulich. Erstens war Argentiniens Team kein Sympathieträger: Rund um den greisen Fußballkönig Messi waren dort grimmige Prätorianer im Einsatz, die alles niederrempelten, was ihnen oder dem König in die Quere kam. Dass diese autoritäre Truppe gegen Spaniens Kollektiv verloren hat, kann man auch als Sieg der Demokratie deuten.
Zweitens holte mit Luis de la Fuente ein Trainer den WM-Titel, der den ehrwürdigen Typus des Sportlehrers repräsentiert. Der 65-Jährige ist keine Kickerlegende wie Zidane, kein Sir wie Ancelotti, kein Charismatiker wie Klopp. Er war als Spieler nicht berühmt, arbeitete als Trainer hauptsächlich für den spanischen Verband. Heimische Fußballhistoriker erinnert das an Fachlehrer Georg Schmidt († 1990), der sein ganzes Trainerleben beim ÖFB verbrachte (aber nicht ganz so erfolgreich war).
De la Fuente ist einer dieser Lehrer, die ihre Schüler mit der Liebe für ihr Fach anstecken. Als er vor der WM nach seiner „Spielidee“ gefragt wurde, sagte er nur einen Satz: „Ich mag schönen Fußball.“
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