Bist du deppert
Am Sonntagfrüh wurde in Kansas City ein kurioses Kapitel österreichischer Fußballgeschichte geschrieben. In der letzten Sekunde eines nervenzerfetzenden Hundskicks sicherte Saša Kalajdžić mit einem Kopftor doch noch den Aufstieg. Aus einer zweiten „Schande von Gijón“ (WM 1982) wurde eher ein neues „Wunder von Córdoba“ (WM 1978).
Vergleichen kann man das nicht wirklich. Córdoba war eine Sensation, Kansas ein Riesenmassel. Interessanterweise aber fanden die ORF-Kommentatoren ganz ähnliche Worte. „I wer’ narrisch“, brüllte Edi Finger 1978. „Bist du deppert“, sagte Daniel Warmuth 48 Jahre später. Das ist ihm nicht so rausgerutscht, das hämmerte er verbal in eine imaginäre Steinplatte: „Bist. Du. Deppert.“ Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Satz auf T-Shirts gedruckt, in Songtexten zitiert und in Schulbüchern verewigt wird.
Andererseits gibt es auch Menschen, denen das Wunder von Kansas City wurscht ist. In einer Falter-Reportage vom Public Viewing im Prater Dome sagt ein junger Mann zu seiner Gefährtin: „Du freust dich ja gar nicht!“ Darauf sie: „Ich bin ur-müde.“
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