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Durstig

Früher einmal gab es so etwas wie Rasen. Dann wurden Wiesen daraus. Jetzt sind es oft Gstettn.
Gert Korentschnig

Europa wird immer brauner – und das ist nicht politisch gemeint. Die Hitzewellen (das aktuelle Hoch heißt übrigens Klaus) ruinieren nicht nur den Prosecco, sondern auch das saftige Grün von Rasen, die nicht regelmäßig gewässert werden. Normalerweise sieht man erst ab August diese vertrockneten Gstettn, in diesem Jahr grünt es schon jetzt fast nirgendwo so grün, wenn Spaniens Blüten blühen.

Wenn die verdursteten Wiesen einen Vorteil haben, dann jenen, dass man sie nicht mehr mähen muss. Ist ja auch mühsam, diese Rasenpflege. In der Wienerstadt, die früher einmal stolz auf alle noch so kleinen Grünflächen war, scheint man schon vor einiger Zeit auf den Trend zum Braunanteil reagiert zu haben. Mancherorts, zum Beispiel entlang der Wienzeile, nahe des hochgejubelten Naschparks, ist man sogar Vorreiter, indem man schon im Frühling konsequent nicht mäht. Das Ergebnis sind dann den ganzen Sommer hindurch verdorrte Halme, die mehr nach New Mexico als nach Wien aussehen.

Ein anderes Mal reden wir über Ziergräser. Vielleicht gut für Kreisverkehre, weniger gut fürs Auge.

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