Rettet den Binde-Strich!
Obwohl er niemandem etwas getan hat, geht es dem Bindestrich an den Kragen. Für Marketing-Abteilungen und PR-Agenturen ist er anscheinend zum Unding geworden. Das neue Aktionismus-Museum heißt Wiener Aktionismus Museum, Rapid spielt im Allianz Stadion (sein Vorgänger hatte sogar zwei Bindestriche: Gerhard-Hanappi-Stadion), Familie Benko hat die Laura Privatstiftung eingerichtet. Es gibt das Raimund Theater, das Max Reinhardt Seminar und – ja, ja – auch das KURIER Medienhaus.
Anders als sein großer Bruder – der Gedankenstrich – macht der Bindestrich sich nicht breit. Er ist so kurz, dass man eigentlich gar nicht von Strich reden kann. Warum also ist der Bindestrich heutzutage so unbeliebt? Er will doch nur verbinden. Vielleicht ist ja genau das das Problem: Die sozialen Medien haben zu einer neuen Unverbindlichkeit geführt. Die Menschen wollen sich nicht mehr festlegen, stets offenbleiben für neue, noch bessere Optionen. Vielleicht geht es den Worten ja auch so.
Für alle, die die Bindestriche vermissen, eine Notration zur freien Entnahme: ------------
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