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Am eigenen Zopf

Bitte ned so penetrant positiv sein, mahnt Herr Franz!
Barbara Beer

Ihre Mittwochskolumnistin ist viel in Kontakt mit Leserinnen und Lesern. Über den zum Brieffreund gewordenen Herrn Franz haben wir an dieser Stelle bereits berichtet. Grundgescheit und wohl gerade deshalb ein notorischer Grantler, stellt er immer wieder die Frage, wie wir hier oft so penetrant positiv sein könnten, ihm gelinge dies mitnichten.

„Schwarzseherei wird mir im Alter leider zur üblen Gewohnheit. Nicht unbedingt selbstbezogen, viel Zukunft ist da ja eh nicht.“ 

Doppelbingo! Das eigene nahende Ende und jenes der Welt auf einmal heraufbeschworen! 

Folgendes: Wer wie viel Zukunft hat, ist in manchen Fällen ungefähr abschätzbar, aber wirklich wissen tut’s niemand. Es bleibt einem daher nichts anderes übrig, als sich jeden Tag aufs Neue wie Münchhausen am eigenen Zopf aus dem Sumpf zu ziehen.

Er sei Optimist, sagte unlängst der Wiener Schriftsteller Peter Rosei. Das müsse man auch sein, denn Pessimismus sei nichts anderes als eine Form von Denkfaulheit. Schließlich gehe es im Leben immer darum, einen Ausweg zu finden. Peter Rosei wird am Mittwoch 80, wir gratulieren herzlich.