Kolumnen
09.08.2018

Kraftmeier

"Pisa schaut fern": Eine Redewendung aus Kriegszeiten hat jetzt in Hartberg Einzug gehalten.

Am Ende des Tages ist Nacht, sonst ist da nichts. Hat man’s gut, dann bei Kerzenschein, hat man’s schlecht erwischt, dann mit der Wiederholung der Wiederholung des "Bullen von Tölz".

Seit der TSV Hartberg in die Fußballbundesliga aufgestiegen ist und die ersten Spiele verloren hat, wird diese Phrase vom Trainer im ORF-Interview oft in der üblen Bedeutung verwendet, am Ende des Tages werde abgerechnet.

Das ist wichtigtuerisch, das klingt nach Kraftmeierei, und es ist anzunehmen, dass die Formulierung auf Kriegszeiten zurückgeht, als die Befehlshaber nachts die  erste Bilanz zogen. Später wanderte der Ausdruck in die Managersprache – am Ende des Tages wissen wir, ob 50 Entlassungen reichen.
Man sollte deshalb über ein §Am Ende des Tages§-Verbot nachdenken. Es gibt so schöne  Redewendungen, auch für Hartberg. Manchmal muss man über seinen Schweinehund springen, weil wie man sich fettet, so riecht man. Aber jetzt: Schwamm beiseite.