Mein Name ist Angelika, An-ge-li-ka!!!
Mein Name ist Angelika. Das war immer schon so. Manche nannten mich eine Zeit lang Angie, sehr viele sagen Geli zu mir, was ich auch sehr mag, und mehr gibt es nicht dazu zu sagen. Doch beobachte ich seit Langem ein Phänomen. Dieses Phänomen trägt den Namen Andrea. Oder besser gesagt, trage ich in den Augen vieler Menschen diesen Namen. Als ich vor einigen Tagen beschlossen habe, mich diesem Thema in meiner Kolumne zu widmen, kramte ich in vielen meiner Erinnerungen und sammelte Momente, in denen mich Menschen mit dem falschen Namen Andrea angesprochen hatten. Oft war es am Land passiert, doch noch am gleichen Nachmittag hatte ich einen Auftritt in der Wiener Innenstadt, und die Moderatorin dieser Veranstaltung, deren Namen ich zu Fleiß nicht einmal erfahren möchte, sprach mich auf der Bühne gezählte 6 Mal mit meinem Hassnamen an – was zur Folge hatte, dass eine betagte Dame in der ersten Reihe das Gesicht verzog, sie fasste Mut, stand auf und fragte laut und coram publico, wie ich denn nun heiße. Ich schrie ins Mikrofon: ANGELIKA! Keine zwei Minuten später ergriff die Moderatorin XY wieder das Wort. „Andrea, was ich dich noch fragen wollte…“ Es blieb ein Hoffnungsschimmer, dass manch einer es als schlechten Scherz empfand.
Einmal stand ich im Theater in der Schlange zum Buffet. Eine Dame drehte sich um 180 Grad zu mir, ich konnte ihren Mundgeruch wahrnehmen, so nah war sie mir gekommen und sich sicher, dass ich die Andrea Niedetzky bin. Auf mein Negieren hin wurde sie lauter: „Dann haben Sie wohl eine Schwester?!“ – „Nein!“ Nach einem schwungvollem 360 setzte sie noch eins drauf und es fiel ihr der Satz aus dem Mund: „Doch, sicher sind Sie die Andrea Niedetzky!“ Sie lächelte, schenkte mir noch eine Brise ihrer Knoblauchfahne und bestellte einen Hugo, für den das alles grad auch war, dachte ich.
Voll erwischt
12 berufliche Mails habe ich im Laufe der aufgehoben, in denen Veranstalter, Firmen etc. überzeugt irgendeiner Andrea etwas mitteilen wollten.
Vergangene Woche verbrachte ich ein paar Tage mit meiner liebgewonnenen Kollegin Katharina Stemberger in einem Hotel fürs Rollenstudium der neuen Staffel von Soko Linz. Während ich bei der freundlichen Kellnerin Andrea, ihr Namensschild gab mir hierfür Gewissheit, ein Bier bestellte, lachten wir über eine Situation vom Vortag: Während ein Gewitter aufgezogen war und sich die wenig bekleideten Gäste nach drinnen geschoben hatten, war sich ein Gast sicher, Kathi mal im Stück „Kalendergirls“ gesehen zu haben, und wollte noch viel länger darüber sprechen, als es die vorbeiwetzenden Körper zuließen. Kathi hat nie in Kalendergirls gespielt. Am Tag darauf saßen wir wieder beim Essen, ich sagte: „Fräulein Andrea, ich nehm’ wieder dieses Bier,“ doch bereits beim ersten Wort war mir Kathi auf die Zehe gestiegen. Ich verstand, musste es aber überprüfen, weil ich mir doch sicher gewesen war, reckte meinen Hals Richtung Kellnerin, die der Andrea zwar ähnlich sah, aber auf dem Namensschild stand glasklar: Angelika.
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