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Kolumnen
04/20/2021

Karotten-Lachs

Essen ist Religion - aber warum schielen die Gläubigen so gerne aufs Essen der Ungläubigen?

von Andreas Schwarz

Tarnen und Täuschen ist das halbe Leben – die andere Hälfte ist der Selbstbetrug. Unter diesem Motto steht zum Beispiel das vegane Trendgericht unserer Zeit: der „Carrot Lox“, ein Gericht aus Karotten, das ausschaut wie Lachs und schmeckt wie Lachs.

Eh gut. Wenn man Karotten mag. Wenn man Lachs mag, vermutlich eher nicht.

Es bleibt die ewige Frage, warum Essensmoden a) keine Moden, sondern Religionen sind. Und warum b) die Jünger so verbissen ihre Kost (vegan, vegetarisch, linksdrehend clean) gegen die Ungläubigen verteidigen, aber den Geschmack der Häretiker kopieren: veganer Leberkäse, veganes Chili con carne, in der Kantine unseres Vertrauens gab’s schon veganes Beuschel (sollen wir zum Appetitmachen erzählen, was im echten alles drin ist ...?).

Wurscht (pardon!), jeder, wie er mag. So lange den Fleischesser niemand zwingt, das Hüferschwanzl blättrig zu schneiden, grün zu färben und so zu tun, als wär’s Salat.

andreas.schwarz@kurier.at
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