Warum im Alter auch Sinnloses viel Sinn macht
Es gibt ja nichts Schöneres und Sinnvolleres, wenn man Sport mit Hilfsbereitschaft verbinden kann. Edel sei der Mensch, hilfreich und gut oder so. Erst kürzlich stemmte ich einen Koffer einer Dame ins obere Fach im Zug. Denselben hatte ich dann im Rücken, im Training stehe ich derzeit am Abstellgleis. Aber das war immer mein Naturell. Vor einigen Jahren trug ich einer älteren Frau im Haus immer die Einkäufe in den dritten Stock. Dank kam keiner. Gut, sie wohnte im Erdgeschoß.
Gelassenheit wächst
Nein, man sollte mit dem Alter und vor allem, wenn dieses sehr fortgeschritten ist, nicht spaßen. Auch ich werde mir beim nächsten Autokauf ein Navi einbauen lassen, das mir nicht nur den Weg, sondern auch den Grund anzeigt, warum ich dort überhaupt hinfahre. Trotzdem freut man sich immer wieder, wenn man alte Freunde trifft. Wie auch der dem guten Humor sehr anverwandte Michael Niavarani einmal erzählte. In Abwandlung passierte mir dies auch, als ich einem Freund berichtete, dass ich in Gmünd einen traf, den ich 40 Jahre nicht getroffen habe.
Das ist gar nichts, entgegnete der Freund. Er habe in Schrems einen getroffen, den er überhaupt noch nie gesehen hat. Blödsinn. Aber im Alter schrumpft zwar die körperliche Ausdauer, wächst aber die Gelassenheit, Dinge zu nehmen, wie sie sind. Das ist auch beim Fitnesstraining immer sehr hilfreich. Vor 20 Jahren ärgerte man sich, wenn man die gleichen Gewichter stemmen kann wie vor zwei Jahren. Mit zunehmendem Alter freut man sich darüber. Jede Minute macht mehr Spaß, jede Minute Sport ist sinnvoll (im Gegensatz zu manchen Zeilen in dieser Kolumne).
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