Kolumnen
09/09/2019

Eine Prinzessin auf „Abwegen“

Die Schweden klagen über Madeleine: Sie lebe auf Steuerkosten und pfeife auf ihre Pflichten.

von Lisbeth Bischoff

Auch die Eröffnung des schwedischen Reichstags (morgen Dienstag) schwänzt Madeleine. Sie wird bei allen drei Feierlichkeiten fehlen: beim Gottesdienst, bei der Zeremonie und beim abendlichen Konzert. Seit 2018 wohnt die dreifache Mutter – Prinzessin Leonore (5), Prinz Nicolas (4) und Prinzessin Adrienne (1) – mit ihrem Ehemann und den Kindern in den USA.

Nachdem die 37-Jährige den heurigen Sommer mit ihrer Familie in Schweden verbrachte, ist sie nun wieder in ihre Wahlheimat nach Übersee zurückgekehrt. Bislang wurde lediglich bestätigt, dass Madeleine erst zur Buchmesse (am 26. Oktober in Göteborg) erneut erscheinen werde. Als der britisch-amerikanische Ehemann der Prinzessin, Chris O’Neill (45), am 8. Juni 2013 ins Königshaus einheiratete, lehnte er Titel, Einbürgerung und Apanage ab. Der Geschäftsmann wollte nämlich weiterarbeiten, was ihm als Prinz nicht gestattet gewesen wäre.

Und Madeleine? Es heißt, sie sei eine „arbeitsscheue Diva, die nur das Geld des schwedischen Volkes verschwende“.

Doch der Vorwurf stimmt so nicht. Sie bezieht keine regelmäßige Apanage, nur ei-ne vom König bestimmte Kostenerstattung für offizielle Aufträge im Namen des Palastes. Alles andere zahlen sie und ihr Mann aus ihrer privaten Schatulle.

Nicht nur bei Staatsakten macht sie sich rar. Des Königs jüngste Tochter fehlt kommendes Wochenende bei gleich zwei Familienfesten. Immerhin feiert Papa Carl XVI. Gustaf (73) sein 46. Thronjubiläum. Genau am  15. September 1973  erblickte ein gewisser Daniel Olaf Westling das Licht der Welt. Erst 37 Jahre später ist klar, wer daraus wurde: der Prinzgemahl der schwedischen Kronprinzessin Viktoria (42).

Anlässe ohne Madeleine – daran wird man sich laut Hof-Informationschefin Margareta Thorgren gewöhnen müssen: „Die Prinzessin und ihre Familie sind jetzt in Florida etabliert und werden dort auch in Zukunft ihren Wohnsitz haben.“