Wer Kindern ein Handy gibt, muss über Sex reden
Kinder und Jugendliche haben über das Internet Zugang zu allen Inhalten.
Wir Eltern sind blauäugig, gutgläubig und naiv, wenn es um den Medienkonsum unserer Kinder und Teenager geht. Wir können und wollen uns kaum vorstellen, dass diese jungen Menschen mit Inhalten konfrontiert sind, die ihnen schaden, sie verstören und nachhaltig negativ prägen können.
Die aktuelle ZDF-Doku „Generation Porno“ zeichnet ein verheerendes Bild darüber, welche Eindrücke bereits auf Achtjährige einprasseln. Das steigert sich mit zunehmendem Alter und Medienzeiten bis zu 10 Stunden am Tag (sind mittlerweile keine Seltenheit mehr).
Einfach danach suchen
Ein Experte sagt in der Doku: „Wenn ich mich dazu entscheide, Neunjährigen ein Handy in die Hand zu drücken, muss ich auch über Sexualität sprechen.“ Denn es ist genauso einfach, Rezepte für Pancakes oder Bastelanleitungen im Internet zu finden wie Pornos in allen Spielarten: „Einfach in die Google-Suche eintippen“, erklärt ein Teenager.
Selbst Eltern, die ein Bewusstsein dafür haben, was da auf Kinderhirne und -herzen einprasselt, und die Inhalte reglementieren, sind teils machtlos: Sie haben keinen Einfluss darauf, was in der Pause oder nach der Schule am Handy des Freundes geschaut wird.
Dick-Pics und Nacktbilder
Dick-Pics, also Penis-Fotos, und anzügliche Nachrichten gehören zum Alltag von Mädchen und jungen Frauen, in Klassenchats werden Nacktbilder von Mitschülerinnen herumgeschickt. Das Bewusstsein für die Auswirkungen (und rechtlichen Konsequenzen) dieser Taten ist meist nicht vorhanden.
All das bedeutet für Eltern: Nicht wegschauen, sich informieren, das Gespräch suchen, Sorgen ansprechen, Fragen beantworten und wieder das Gespräch suchen.
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