"Nackt im Netz": Wenn Jugendliche mit sexuellen Inhalten konfrontiert werden

Neues Workshop-Angebot in Oberösterreich für Jugendliche ab 13 Jahren; Infos zu sexueller Belästigung im Internet.
Eine Person tippt auf einem Smartphone, das sie in beiden Händen hält.

Das Versenden von Nacktbildern, Kontaktaufnahmen durch Fremde oder Erpressungsversuche im Netz - tagtäglich sind Kinder und Jugendliche in digitalen Medien mit sexuellen und pornografischen Inhalten konfrontiert.

In aktuellen Studien geben mehr als die Hälfte aller Minderjährigen (45% Mädchen und 59% Jungen) an, bereits Pornos gesehen zu haben. Am häufigsten erfolgt der erste Kontakt zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr, oftmals aber auch schon früher.

Rund ein Viertel der Jugendlichen wurde auch unfreiwillig mit pornografischen Inhalten konfrontiert. Sexuelle Belästigung im Netz haben bereits 36% der Mädchen und 24% der Jungen erlebt. Jugendliche stoßen dabei auf Inhalte und Situationen, für die sie oft noch keine Vergleichswerte oder Schutzstrategien haben.

Scham, Unsicherheit und Überforderung

"Sexualität ist ein besonders sensibles Thema, das häufig mit Scham, Unsicherheit und Überforderung verbunden ist. Genau hier braucht es professionelle Begleitung – sachlich, respektvoll und ohne Tabu“, betont Christa Pacher-Gratzer, Leiterin JugendService OÖ.

Deshalb gibt es nun beim Jugendservice OÖ den neuen Workshop „Nackt im Netz – Safe durch digitale Welten“. Er richtet sich an Jugendliche ab 13 Jahren und vermittelt altersgerecht Wissen über Risiken im Internet sowie Infos und Tipps für einen sicheren Umgang mit sexuellen Inhalten im digitalen Raum. Die Umsetzung erfolgt durch ein speziell geschultes Team.

Was ist erlaubt, was ist verboten?

Ein zentraler Bestandteil ist auch die Vermittlung des rechtlichen Rahmens: Was ist erlaubt, was verboten? Welche Bilder dürfen nicht weitergegeben werden? Und welche Rechte haben Jugendliche, wenn sie belästigt oder unter Druck gesetzt werden?

„Es geht nicht um Abschreckung, sondern um Orientierung und Handlungssicherheit. Jugendliche sollen wissen, wo sie Hilfe bekommen und dass sie mit ihren Fragen ernst genommen werden“, sagt Jugendlandesrat Martin Winkler, SPÖ.

Das Angebot kann ab sofort von oberösterreichischen Schulen gebucht werden, für heuer sind rund 60 Workshops dieser Art geplant.

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