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Kein Urlaub ohne Zeitungen

Was tun, wenn man auch auf Reisen nicht auf seine geliebten Printprodukte verzichten will?
Wolfgang Kralicek

Manche Stammgäste gehen nur ungern auf Urlaub, weil sie ihre zehn Lieblingszeitungen dort nicht täglich lesen können (zum Preis von einem kleinen Braunen). Außerhalb von Wien gibt es nämlich nur ganz wenige Lokale, in denen dieser Service angeboten wird. Wobei: Man kann da schon auch schöne Überraschungen erleben. Im Parkhotel Tristachersee bei Lienz etwa liegen neben den meisten österreichischen Gazetten auch die Frankfurter Allgemeine und die Neue Zürcher auf, womit man im tiefen Osttirol nicht unbedingt rechnen würde.

Stammgast Susanne verbringt ihre Ferien fast ausschließlich in Salzburg, wo sie den Tag stets im Café Bazar beginnt. Weil sie dort zum Kaffee auch das Frühstück „Bazar salzig“ (2 Eier im Glas, Buttersalzstangerl) bestellt, kommt sie nicht so günstig davon wie daheim, aber es ist ja Urlaub, und das Zeitungsangebot im Bazar ist fast so üppig wie im Café Kralicek.

Wenn das Lesen sich von selbst erledigt

Stammgast Herbert wiederum hat mit Ober Franz einen Deal: Wenn Herbert auf Urlaub oder anderweitig verhindert ist (Krankenstand, Dienstreisen, Familienfeiern oder andere Naturkatastrophen), hebt Franz ihm die Zeitungen auf. Wenn Herbert dann wieder da ist, ist er ein paar Tage lang damit beschäftigt, das Versäumte nachzuholen. „Das Angenehme dabei ist, dass sich mit ein paar Tagen Abstand vieles schon erledigt hat“, sagt er. „So kann man sich auf die wirklich wichtigen Themen und die richtig guten Geschichten konzentrieren.“

Er hat sich schon überlegt, ob er die Tageszeitungen grundsätzlich nur noch mit einer Woche Verspätung lesen sollte. Aber dazu ist er dann doch zu neugierig.

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