Wenn Marko Arnautović auch Eiskunstläufer wäre
Das Schöne an Fußballweltmeisterschaften ist, dass die Zeitungen voll mit interessanten Geschichten sind. Und weil es keinen besseren Ort zum Zeitunglesen gibt als das Kaffeehaus, ist das Café Kralicek dieser Tage auch dann gut besucht, wenn gerade kein Match läuft. Aufmerksam arbeiten sich die Stammgäste durch das umfangreiche Zeitungsangebot.
Stammgast Sabine ist in der Frankfurter Allgemeinen auf eine Kuriosität aus der WM-Frühzeit gestoßen: 1930 in Uruguay gab es einen Rumänen namens Alfred Eisenbeisser, der nicht nur Fußballer, sondern auch Eiskunstläufer (Paarlauf) war. Als solcher nahm er an den Olympischen Spielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen teil.
Ähnliches konnte der Bulgare Aleksandar Schalamanow von sich behaupten: Er war 1960 bei den Winterspielen von Squaw Valley in den Alpinrennen am Start (bestes Resultat: Platz 37 im Riesentorlauf) und nahm dann an den Fußball-WMs 1966 und 1970 teil. „Kann man sich heute nicht mehr vorstellen“, sagt Sabine. „Obwohl die Vorstellung, Marko Arnautović würde einen dreifachen Axel aufs Eis legen, etwas Bezauberndes hat.“
Stammgast Kurt wiederum hat im KURIER gelesen, dass im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt vor 60 Jahren Logen verkauft wurden, um eine Finanzierungslücke beim Bau des Stadions zu schließen. Die Besitzer dürfen seither alle Veranstaltungen im Stadion kostenlos besuchen, und das gilt – zum großen Ärger der FIFA – auch für die WM. „Den Infantino muss das wahnsinnig machen“, sagt Kurt. „Das gefällt mir am besten dran.“
Der Chef findet die Geschichte auch lustig. Und er ist froh, dass er seinerzeit nicht auf die Idee gekommen ist, im Café ein paar Logen zu verkaufen.
Kommentare