Wer geht, kommt oft mit mehr zurück

Jugendliche zieht es nach Wien und Graz. Die Lage zwischen beiden Städten kann für das Burgenland ein Vorteil sein.
Michael Pekovics
Drei Teenager sitzen auf einer Mauer und schauen auf ihre Handys.

Wer jung ist, will Erfahrungen sammeln. Studieren, arbeiten, Neues sehen. Dass viele burgenländische Jugendliche nach ihrer schulischen Ausbildung nach Wien oder Graz gehen (werden), ist naheliegend. Doch genau das ist ein struktureller Vorteil des Burgenlands: Es liegt zwischen zwei starken urbanen Zentren. Vor allem die nördlichen Bezirke werden immer mehr zum erweiterten Speckgürtel Wiens. Die Folge: Pro Kopf haben Burgenländer die zweithöchste Kaufkraft hinter Niederösterreichern.

Für die Jugend heißt das: Man kann hinausgehen, ohne den Kontakt zur Heimat wirklich zu verlieren. Ausbildung und Berufserfahrung lassen sich in Wien oder Graz sammeln – und die Rückkehr bleibt realistisch. Die Distanzen sind überschaubar (das gilt eigentlich für ganz Europa), familiäre Bindungen bleiben bestehen, Netzwerke reißen nicht ab.

Die Welt bringt Klarheit

Wer einige Jahre in einer größeren Stadt oder sogar im Ausland gelebt hat, kommt oft mit geschärftem Blick zurück. Man lernt andere Arbeitsweisen kennen, neue Perspektiven – und zugleich erkennt man, was das Burgenland zu bieten hat: Lebensqualität, Sicherheit, Natur, Gemeinschaft.

Gerade diese Kombination macht das Burgenland attraktiv. Es ist seit dem Fall des Eisernen Vorhangs kein abgelegener Rand, sondern ein Raum mit Anbindung – wenn auch im Süden ohne Bahnanschluss. Wer zwischen Wien und Graz aufwächst, hat die Welt gewissermaßen vor der Haustür – und zugleich einen Ort, an den man zurückkehren kann.

Am Ende des Tages sind es dennoch gut bezahlte Arbeitsplätze vor Ort, die einerseits die Chance auf eine Rückkehr ins Burgenland erhöhen und andererseits Zukunftsperspektiven bieten. Letzteres gilt auch für das Handwerk, steht am Ende einer Lehre doch in vielen Fällen die Möglichkeit zur Selbstständigkeit. Burgenlands Jugendlichen stehen also alle Wege offen, die Richtung muss jeder selbst für sich bestimmen.

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