Der Tiger im Tank und der Präsident

Golf-Superstar Tiger Woods wurde verhaftet. Sein erster Anruf ging an Donald Trump. Keine gute Idee.
Alexander Kern
Golfstar Tiger Woods bei seiner Verhaftung

Was für ein Hammersatz: „Ich habe nur gerade mit dem Präsidenten gesprochen.“ Artikuliert hat das bloß scheinbar lapidar Tiger Woods, der Golf-Superstar, gegenüber einer Polizistin. Er verursachte einen Autounfall, danach kam das besagte Telefonat, dann wurde er mit Verdacht auf Einfluss von Rauschmitteln verhaftet. Es ist ein Satz, der bleiben wird. Am meisten ihm. Ob er will oder nicht.

Wissen Sie nicht, wer ich bin?

Da wäre einerseits die lässige Beiläufigkeit. Ach, nur mal eben Donald Trump informiert! Wir gehen davon aus, dass es der US-Präsident war, am anderen Ende der Leitung, und nicht der seines Golfclubs. Alle sollen wissen: Nicht nur ich bin Legende, auch die Wichtigen dieser Welt sind bei mir auf Kurzwahl. Geht ganz schnell.

Das „nur“ verdeutlicht den Ernst der Sache bloß: Es ist eine gefährliche Drohung. Mächtige Helfer warten im Schatten. Und im Land ergeht Rache oft vor Recht. Zumal der Subtext weiß: Woods und Trump sind Freunde, der Golfer mit der Ex-Frau von Trumps Sohn liiert.

Es ist eine tragische Nische des Selbstmitleids, wenn Stars auf ihren Status oder den ihrer Freunde pochen, wenn es brenzlig wird. Es entkleidet vom Glanz, macht sie klein und banal. Es mutet an wie im Kindergarten, wenn einer droht, den andern beim Lehrer zu verpetzen.

Mitunter bleiben wenigstens Sätze für die Ewigkeit. Unliebsam picken sie an einem wie Kaugummi am Schuh. Deshalb denken wir bei Marko Arnautovic daran, wie er einem Polizisten freundlich anbietet, sein Leben zu kaufen. Und wenn man über Karl Lagerfeld nichts weiß, aber das bleibt ihm: Jogginghosen und wie sie den Kontrollverlust über unser Leben verantworten.

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