Zwei Bilderücher mit Kindern und wilden Tieren

© Sohoe Gilmor/Jungbrunnen, Jean-Luc Englebert/Picus/Montag: KiKu

Kiku
06/01/2020

Zwei Mal (keine) Angst vor wilden Tieren

Zwei neue Bilderbücher, in denen Kinder, wilde Tiere und (keine) Angst davor im Mittelpunkt stehen.

von Heinz Wagner

Zwei Bilderbücher – in ziemlich unterschiedlichen Stilen gezeichnet – und auch erzählt –stellen jeweils ein Kind und wilde Tiere ins Zentrum ihrer Geschichte.

Da ist zunächst „Die kleine Ärztin und das furchtlose wilde Tier“ von Sophie Gilmore (Jungbrunnen Verlag). Die „kleine Ärztin“ ist ein Mädchen. Krokodile gaben ihr den Namen, weil sie viele von ihnen von Zahn- und anderen Schmerzen befreite. Die bedankten sich, indem sie ihr Geschichten erzählten – in wilden Bildern.

Eines Tages kam ein Ungeheuer aus einer dieser Geschichten – oder war es „nur“ eine weitere solche Erzählung (?): Die „Große Gemeine“ tauchte auf, dürfte irgendwie auch Schmerzen haben, lässt sich aber nicht so wirklich behandeln, reißt das Maul auf. Die kleine Ärztin landet zwischen spitzen Zähnen auf der großen Zunge. Dort hängen verknotet kleine Krokodile vor dem Schlund der „Großen Gemeinen“.

Das Mädchen befreite diese und damit das Ungeheuer davon und – nun saßen alle friedlich und fröhlich im Kreis, die Große Gemeine „sprach mit kräftiger und lauter Stimme: Dies ist eine wichtige Geschichte, die von Wagemut und großer Entschlossenheit erzählt.“

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Sophie Gilmore
Die kleine Ärztin und das furchtlose wilde Tier
Übersetzung aus dem Englischen Hildegard Gärtner
40 Seiten
Verlag Jungbrunnen
16 €

Und es gibt den Drachen doch...

Auch wenn der eine Teil des Titels es vielleicht nahelegen würde, mit DEM berühmtesten aller kleinen Prinzen hat es nichts zu tun. Dieser kleine Prinz bekommt von seinen Eltern ein eigenes Schloss. „Hmm“, antwortete der kleine Prinz. „Hier will ich aber nicht bleiben. Was ist, wenn da ein Drache reinkommt?“

„Papperlappa! Ein großer Prinz wie du wird sich doch nicht vor so einem Blödsinn fürchten!“, rief der König“…

Und natürlich taucht in den großen Bildern und den jeweils wenigen, knappen Textzeilen von Jean-Luc Englebert in "Keine Angst, kleiner Prinz!" gleich in der ersten Nacht ein Drache auf. Wirkt in den Bildern nicht wirklich furchterregend, sondern eher verspielt neugierig, aber der kleine Prinz vernimmt aus seinem Bett im ersten Stock ja auch „nur“ die Geräusche. Klettert über eine Leiter ins Freie, macht sich ins Nachbarschloss der Eltern auf und klagt seine Befürchtung. Nix da, wird er nicht ernst genommen und wieder weggeschickt.

Auf sich allein gestellt, behelmt und bewaffnet er sich, erschrickt und vertreibt den Drachen, der abhaut und … beim nächsten Tor ins Schloss der Eltern wandert … - wie und was dort passiert – das kannst du dir selber ausdenken und –malen …

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Jean-Luc Engelbert
Keine Angst, kleiner Prinz!
Übersetzung aus dem Französischen Alexander Potyka
40 Seiten
Picus Verlag
15 €