Stefan Stanzel von der HTL leonding entwickelte mit Kumpels außerhalb der Schule - Karsten Köhne, Thomas Kaar, Tobias Kneidinger und Mike Knoll - die Musik-Plattform Streampy

 

© Franz Gruber

Kiku
06/10/2019

Young Entrepreneurs: Alle Streamingplattformen vereint

HTBLA Leonding. „Streampy“ – App und Unternehmen in Planung und viele Porjeke aus Junior-Companies.

von Heinz Wagner

Streamingplattformen aller Anbieter vereinigt – dieser Grundgedanken steckt hinter „Streampy“. Stefan Stanzel von der HTL im oberösterreichischen Leonding hat – mit Freunden außerhalb der Schule – eine Playlist-App programmiert. Die soll sich von allen anderen vor allem dadurch unterscheiden, dass sie Musik vieler Streaming-Plattformen verbindet, am besten natürlich aller.

Die Idee, so der Schüler zum Kinder-KURIER, habe er im vorigen Schuljahr entwickelt. „In der vierten Klasse haben alle eine Projektwoche. Die heißt think your product. Da können wir eine Woche lang im Team und mit Leuten aus der Wirtschaft Ideen spinnen und auch anfangen umzusetzen.“ Da sind sogar Promis aus dieser Szene dabei, wie Rene giretzlehner, Co-Founder von Runtastic.

Bisherige Versuche hätten sich zumeist auf Gratismusik beschränkt, aber da kriegen die Künstler_innen nichts. Die Kombination erfordert seriöse Kooperationen mit den Anbietern. Die geht der Noch-Schüler mit seinen Freunden und (Geschäfts-)Partnern Karsten Köhne, Thomas Kaar, Tobias Kneidinger und Mike Knoll an. „Wir verhandeln mit möglichst vielen Plattformen, drum können wir jetzt noch nicht sagen, wie viele wir in Streampy vereinigen. Außerdem gründen wir demnächst unsere Ges. m.b.H.“

Streampy wird aber noch mehr können. So lassen sich Songs auch dann finden, wenn du nur eine ganz kurze Textpassage eingibst.

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Flamoos: Biologische Luftreinigung

Ein Kastl mit schrägen Regalen. In jedem Fach liegt Islandmoss. Das ist die Geschäftsidee von Flamoos Air, einer der Junior Companies, die es ins Finale von Jugend Innovativ schaffte und hier auch reüssierte. Solche Firmen, die weltweit jeweils für ein Schuljahr gegründet werden, wirtschaften - im Gegensatz zu den (allermeisten) Übungsfirmen der Handelsakademien und -schulen - ganz echt. Das heißt, Schülerinnen und Schüler überlegen sich Produkte und/oder Dienstleistungen und handeln damit.

In der HTL Mödling kamen Lucas Bauer, Moritz Lang, Alexander Neubauer, Fabian Reisacher und Florian Zogaj auf die Idee, etwas fürs Raumklima zu tun und dazu zu natürlichen Mitteln zu greifen. Isländisches Moos eignet sich, so recherchierten sie, sehr gut zur Luftverbesserung, aber nur wenn es noch lebt und nicht vertrocknet. So konstruierten sie, sie besuchen ja immerhin die HTL, ein schmales, hohes Kastl aus feuchtigkeitsresistenten Siebdruckplatten, die sie noch dazu mit Holzöl einließen, mit einem System an dünnen Bewässerungsschläuchen. Die geben tröpfchenweise Wasser - aus einem 10-Liter-Tank im untersten Fach - ans Moos. Dieses reinigt die Luft.

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Wau!GemmaGassi

Auch 18 Jugendliche des B/R/G Stainach (Steiermark) betreiben eine Junior Company. Wie der Name „Wau!GemmaGassi“ nahelegt, hat sie mit Hunden zu tun. Sophia Hirz, Hannah Schattleitner, Lukas Luidold und Laurenz Zinnebner schildern dem Kinder-KURIER das Geschäftsfeld. Es handelt sich nicht um einen Service, Hunde für andere Leute äußerln zu führen. Leinen, Halsbänder und andere Utensilien wie Spielzeug lassen die Jugendlichen aus alten Hundefutter-Säcken anfertigen - in Behindertenwerkstätten.

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Junior-Company Cervus vom Hirsch

Im jeweils vierten Schuljahr gründen die Jugendlichen im privaten alternativen Wiener Lernzentrum W@lz jeweils Junior Companies. Eine davon war „Cervus“ (Lateinisch für Hirsch).

Elf der Schüler_innen verarbeiteten Hirschgeweihe zu Produkten, weil einer der Jung-Unternehmer_innen einen Onkel hat, der Hirschgeweihe zur Weiterverarbeitung lagert. Aus Stückerln solcher Geweihe stellten die elf Jugendlichen eigenhändig Schuhlöffel- bzw. Flaschenöffner-Griffe her, andere verarbeiteten sie zu Schlüsselanhängern. Solche bekannten Dinge waren aber nicht alles. Die Jugendlichen kamen in der Recherche drauf, dass das Innere eines Geweihs sehr kalziumhältig ist. So begannen sie diese Masse zu Pulver zu zerreiben, berichten drei der Mitarbeiter_innen der Company, Manuela Sandri, Laurenz Kofler und Carina Pichler. Dieses mixten sie mit Karotten oder Zucchini, pressten das Gemisch und schoben es in den Backofen. Diese Dinge verkauf(t)en sie sodann als Hundeleckerli.

Übrigens: Hirsche werfen ihr Geweih - wie auch Elche - jedes Jahr ab. Weshalb dann so manche Menschen diese Tiere jagen, um sich das Geweih als Trophäe an die Wand zu hängen? Anfang Winter in den Wald gehen und abgeworfenes Geweih aufsammeln würde auch diesen Dienst erweisen.

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Perfect Picture

Statt lustige Filter über Instagram-Fotos zu legen, machten Schülerinnen der Handelsakademie und -schule Hallein (Salzburg) die wieder aufgeflammte Beliebtheit von Fotoautomaten mit lustigen Verkleidungen zur Basis einer Geschäftsidee. Melanie Gsenger, Christina Dullnig, Dajana Todorović und Katharina Stegmayer wollen statt riesiger Brillen oder bunter Perücken andere „Verkleidungen“ bei ihrem mobilen Fotoautomaten anbieten: Schals, Hüte, Schmuck oder andere Produkte vom jeweils lokalen Handel. Wohl vor allem Tourist_innen würden sich solchermaßen kurzfristig neu gestylt fotografieren lassen, Fotos ausdrucken oder digital versenden - samt Verlinkung zum jeweiligen Geschäft.