Szenenfoto aus "Max und Moritz"

© Christian Herrmann

Kiku
07/03/2019

Witzig-schräge Version der bekannten Streiche-Geschichte

„Max und Moritz“ von pulk fiction (Deutschland) spielt Wilhelm Buschs Reime überdreht und zäumt sie von hinten auf.

Unaufgeräumtes Kinder- + Jugendzimmer in einem - so wird Publikum mit Leuchtschrift willkommen geheißen zu den Streichen von „Max und Moritz“ der deutschen Gruppe Pulk fiction. Etliche Gummihendln wie -hühner in weiten Teilen Österreichs genannt werden, hängen von der Bühnendecke. Eines fährt auf einem ferngesteuerten Fahrzeug in die Bühnenmitte und bereitet auf die kommende Show der Schadenfreude vor.

Die bekannte Geschichte von Wilhelm Busch - gespielt von zwei Schauspielerinnen als die Hauptfiguren und einem Live-Mischpult-, Special-Effects- und sonstigem Techniker - beginnt mit dem Ende. Und der im Vorfeld an Kinder gestellten Frage, was sie von der Bestrafung für die beiden Streichespieler halten, die ja immerhin zermahlt worden sind. Das fanden nicht alle so toll, dass sie deswegen getötet worden sind.

Ausgeborgt von Shows, die das Publikum mit Einblendungen oder Animationen zu Lachen, Applaus und anderen Reaktionen auffordern, soll dies hier über die Leuchtschrift erfolgen. Immer wieder in witzig-schräger Form spielen sich die bekannten Streiche ab. Mitunter wird gebeten, dass sich wer aus dem Publikum bereit erklärt, mitzumachen. Sichtlich enttäuscht über mitunter nicht erwartete oder erhoffte Reaktionen ignoriert die Gruppe dann manches Mal die Reaktion der Mitwirkenden, wenn diese nicht böse und schadenfroh genug sind.

Trotzdem bleibt neben manch witziger Ausführung der bekannten, aber auch neuer Streiche das Antippen von Momenten des Spürens wo der Spaß aufhört und Demütigung oder Verletzung anfängt.

Infos: Was? Wer?

Max und Moritz
pulk fiktion (Deutschland)
Ab 8 Jahren, eine Stunde

Regie: Hannah Biedermann
Darsteller_innen: Karoline Kähler, Clara Minckwitz, Matthias Meyer
Ausstattung: Ria Papadopoulou
Video: Norman Grotegut
Verschaltete Elemente: Sebastian Schlemminger
Technik: Peter Behle