Frau Franzi auf den Spuren des Komponisten Haydn

© Sabine Dissauer-Mohaupt

Kiku
05/09/2019

Wie Köchin Mizzi Haydns Musik beeinflusste...

„Frau Franzi“ beleuchtet in „a haydn-oawad“ scheinbar unbekannte Kapitel der Musikgeschichte. Nun auch mit schauTV-Talk.

von Heinz Wagner

In ihrer unnachahmlichen Art als fröhlich-freche „Putzfrau“ in Kleiderschürze entert Frau Franzi, nachdem sie das Publikum ein bissl schelmisch zusammengeputzt hat, die Bühne. Ein kleiner Klapptisch samt Sessel, hinter dem Vorhang holt sie einen Einkaufs-Trolley hervor. Aus dem holt sie eine Art Knäuel aus geflochtener Wolle. Und schon zaubert sie aus dem zuvor in Händen gehaltenen fleckigen Tuch sozusagen eine „Fetzen-Puppe“. Den stellt sie dem Publikum als Joseph Haydn, also eigentlich „Pepsch“ vor.

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Einmal nicht Schäggsbia

Marika Reichhold erzählt, in ihrer vor zwölf Jahren erfundenen Rolle als Frau Franzi, diesmal nicht eines der „Schäggsbia“-Stücke für die sie berühmt und geliebt wird. Sie begibt sich mehr als eine Stunde - überarbeitet unter der Regie von Christian Suchy - auf die Spuren des berühmten Musikers. „a haydn-oawad“ heißt das Stück, das sie in einer früheren, ziemlich anderen Version im Haydn-Jahr (2009) erstmals spielte. Die dort nur kurz vorgekommene Mizzi, Köchin beim Fürsten Esterházy, in dessen Diensten der Musiker stand, wird hier zur zentralen Figur. „Frau Franzi“ stellt immer wieder Verbindungen von kochen und komponieren her. So hätte Haydn erstmalig eine Symphonie mit vier statt der bis dahin üblichen drei Sätze nur deswegen komponiert, weil er vom vier-gängigen Menü der Mizzi so angetan war...

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Genial, aber einfach oder umgekehrt?

Achja, die Mizzi ist übrigens die Ururur...-Oma von der Frau Franzi. Die Köchin hat einen Kochlöffel, mit dem sie den Erdäpfel-Kas umrührte, vererbt. Nach acht Generationen ist er bei dem Original aus Grünbach (NÖ) gelandet. Frau Franzi verwendet das hölzerne Küchenwerkzeug, um damit auf einem später ausgepackten Xylophon zu spielen. Ob die bekannte Kaiserhymne, die mit einem Schlag in der ganzen Monarchie bekannt wurde, oder andere Melodien des großen Komponisten, spielt sie auf diesem Glockenspiel. Geniale Dinge sind oft so einfach - so Frau Franzis Schlussfolgerung. Das hätte auch der Haydn so gesehen, weil er wollte, dass seine Melodien vom Volk weiter verbreitet werden.

Wie kam's dazu?

Über den Weg zu diesem Stück verrät sie dem Kinder-KURIER: „Ich hab mir überlegt, wie kann ich was über Haydn und seine Musik für Leute erzählen, die nicht so viel mit Musik am Hut haben. Irgendwann war die Idee vom Kochen da und damit die Figur einer Köchin...“

In dem Stück versprüht „Frau Franzi“ aber nicht nur Witz, sie setzt Haydns Kompositionen und seine Herangehensweisen auch in gesellschaftspolitische Zusammenhänge - von der Fröhlichkeit seiner Musik, die den frömmelnden Kirchen-Oberen nicht so ganz in den Kram passte bis zum Opportunismus, sich mit den weltlichen Herrschern nicht anzulegen.

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Infos: Was? Wer? Wann? Wo?

„a haydn-oawad“
über Joseph Haydn, die Mizzi & den Erdäpfelkas
Text & Spiel: Marika Reichhold
Regie: Christian Suchy

Wann & wo?

Wien
25. Juni 2019, 19.30 Uhr
Spektakel

1050 Wien; Hamburgerstraße 14
Telefon: (01) 929 60 79
eMail: office@spektakel.wien
https://spektakel.wien

27. Juni 2019, 19.30 Uhr
Pfarrkeller Kahlenbergerdorf
1190 Wien, Heiligenstädterstraße 345
Eintritt frei

Niederösterreich
12. Mai 2019, 18 Uhr
Mölkerei – Offenes Kulturhaus Mödling
2340 Mödling; Mölkergasse 6
www.moelkerei.at
Telefon (02236) 414 93
eMail: mölkerei@drei.at

1. Juni 2019, 19.30 Uhr
Bergbaumuseum:  2733 Grünbach, Am Neuschacht 12
www.bergbaumuseum-gruenbach.at
Unbedingt reservieren unter: Tel 0676- 435 46 00

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