Szenenfot aus "Der unsichtbare Mann"

© Reinhard Winkler

Kiku
06/26/2019

Wenn Unsichtbares ganz wirklich zu sein scheint

„Der unsichtbare Mann“ von Theater Artemis aus den Niederlanden zeigt, was Theater kann.

von Heinz Wagner

Der Titel des Stücks der niederländischen Gruppe Artemis verrät vielleicht schon zu viel. Und dennoch ist „Der unsichtbare Mann“ schließlich doch für alle im Publikum - ob ganz jung (ab 4 Jahren) oder auch nicht mehr ganz so jung überwältigend, mitreißend. Eine fantastische einstündige Show ist dieses Stück, in dem die Hauptfigur nie zu sehen und doch so präsent ist. Nein, es wird nicht über sie geredet, Rob spricht selber, spielt Klavier, trinkt Kaffee, isst Chips... doch er ist einfach nicht und nicht zu sehen. Und doch so (scheinbar) real. Selbst wenn er Kinder um Hilfe bittet und auf die Bühne holt, sieht er sie, spricht mit ihnen und nimmt sie vollkommen Ernst, traut ihnen alles zu. Die erst, Mira, holt für ihn von hinter der Bühne Chips - unsichtbar, auch wenn viel später das leergegessene Sackerl auftaucht. Später lässt er fünf junge Helfer_innen sogar aus einer Seitengasse der mit Stoff auf großes Stadttheater dekorierte Bühne einen Wagen mit großem Monitor und DVD-Player holen. Im Film im Stile eines uralten Schwarz-Weiß-Stummfilms taucht das einzige Mal der unsichtbare Klavierspieler bildmäßig auf.

Seine (meist) sichtbaren Kolleg_innen - Johan, ein „Bühnentechniker“, der auch nur eingesprungen ist und zwei Clown_innen (Nimuë und Marijn) - ärgern sich, dass kein Publikum da ist und sie nicht anfangen können ;). Doch Rob kann das Publikum - mit dessen Hilfe sowohl sichtbar als auch unsichtbar machen.

Infos: Was? Wer?

Der unsichtbare Mann
Theater Artemis (Niederlande)
Ab 4 J., eine Stunde

Regie: Jetse Batelaan
DarstellerInnen: René van ‘t Hof, Marijn Brussaard, Nimuë Walraven
Musik: Keimpe de Jong, Arend Niks
Kostüme: Liesbet Swings
Szenografie: Jetse Batelaan
Lichtdesign: Bart van den Heuvel