Kiku
21.01.2019

Sie oder er - muss wer am Drücker sein?

Theater Jugendstil tourt ab 28. Jänner mit „Gleich ≠ Gleich“ durch niederösterreichische Stadttheater.

Zwei schmale, hohe Transport-„Käfige“ dominieren die Bühne – der eine rosa, der andere bläulich beleuchtet. So wird das Thema der folgenden Stunde des Jugendstücks „Gleich ≠ Gleich – Schmetterlinge im Bauch und Gender im Hirn“ schon optisch signalisiert. Alles dreht sich um Mädchen und Buben – gegen- oder miteinander, Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern. Gleichberechtigung – ein großes Wort, das viele im Munde führen, doch wie schaut’s in der Praxis aus?! Premiere ist am 28. Jänner 2019 in Bruck an der Leitha, anschließend tourt „Theater Jugendstil“ durch einige niederösterreichische Städte, um im April im Wiener Theater Akzent zu spielen.

Wie in allen vorangegangenen Produktionen verbindet die junge Gruppe im achten Jahr wieder ein durchaus brisantes, ernstes Thema mit viel Humor – und manchmal fetziger Musik. Diesmal greift der Autor Raoul Biltgen (sein fünftes Stück für das junge Theater) unter anderem zu dem bekannten Trick der Umkehr, um scheinbar „normales“ Verhalten durch den Kakao zu ziehen.

Melina (Sofie Pint) und Lukas (Felix Stichmann) lernen einander kennen, kommen sich näher, sind verunsichert, hadern mit zugeschriebenen Geschlechterrollen.

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Schräge Fee aus dem (N)irgendwo

Melina: „Mann, bin ich froh, wenn die nächsten 30 Jahre vorbei sind, vielleicht hat sich ja dann was geändert... Die Frauen haben das Sagen“
Lukas: „Und weißt du, was ich mir wünsche? Dass wir wieder in den Fünfzigern wären. Klare Verhältnisse, jeder weiß, was er zu tun hat.“

Da taucht hin und wieder wie aus dem Nichts eine Art Fee auf, das Fitschi (Sophie Berger).  „Bling, bling, bling, ich bin Hildegard, die Wünsch-dir-was-Fee“ stellt sich dieses Wesen mit einem englisch gefärbten Akzent vor, jedes Mal in einem neuen, anderen, immer aber schrägen Outfits – eben wandelbar.

Die Wünsche hätten sie ja, siehe die Zitate – geäußert. Und so folgen Szenen, in denen Melina das Sagen hat und sich aufführt, wie es oft Männer tun. In der Umkehr wirken diese Machtspiele fast noch komisch – aber hoppla, wieso nur dann?!

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(Ohn-)Machtspiele

Umso anachronistischer kommen die folgenden Szenen, wenn Lukas am Drücker ist, echt aus einer Zeit, die längst überwunden - sein sollte!
Bis die beiden genug haben, seufzen, das nicht mehr zu mögen, sich aber auf die „Spielregeln“ Fitschis auszureden versuchen. Die kontert allerdings damit: „Na und? Wenn euch die Regeln nicht passen, brecht ihr sie halt. Aber das habt ihr nicht getan. Ihr habt die Macht ausgekostet, nur weil irgendwer gesagt hat: Da habt ihr sie.“

(Neu-)Beginn

Lukas: „Wäre es vielleicht möglich, einfach nochmal von vorne zu beginnen?“
Melina: „Ja, bitte, einfach nochmal von vorn, damit wir alles besser machen können.“

Das Fitschi: „Nein. Das ist das leben. Das geht weiter. Und zwar nicht hier, sondern da draußen...“ – ist einer der letzten Sätze im Stück – womit die Jugendlichen für sich ihre Lehren ziehen können/dürfen...

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Infos: Was? Wer? Wann? Wo?

„GLEICH≠ GLEICH
Schmetterlinge im Bauch und Gender im Hirn”
Jugendtheaterstück von Raoul Biltgen
Eine Produktion von: Theater Jugendstil - Theater, Kunst und Kultur für Jugendliche (Gründerinnen: Sophie Berger und Susanne Preissl)

Autor: Raoul Biltgen
Es spielen:
Melina: Sofie Pint
Lukas: Felix Stichmann
Das Fitschi: Sophie Berger

Regie: Paola Aguilera
 

Wann & wo?
Schulvorstellungen mit öffentlichem Restplatzkontingent

Bruck an der Leitha
28./29. Jänner 2019
9 und 11 Uhr
Stadttheater Bruck/Leitha
2460, Raffeisengürtel 43

Baden
30./31. Jänner 2019, 1. Februar 2019
9 und 11 Uhr
Theater am Steg Baden
2500 Baden, Johannesgasse 14

Hollabrunn
19./ 20. Februar 2019
9 und 11 Uhr
Stadtsaal Hollabrunn
2010, Josef Weislein-Straße 11

Stockerau
21./ 22. Februar 2019
9 und 11 Uhr
Lenautheater
2000, Sparkassa-Platz 2

Kartenreservierungen
Telefon: 0660/313 94 92
verein.jugendstil@gmx.at
https://www.jugendstil-theater.com/

Ausnahme: Lenautheater/Stockerau
Telefon: 0699/133 900 01
karten@lenautheater.at

 

Wien
5. April 2019
10 und 19 Uhr
Theater Akzent
1040, Theresianumgasse 18
Kartenreservierung:
Tickethotline: (01) 501 65-3306
akzent - Gleich--Gleich

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