Marii Weichsler spielt Ida, die "Brückenbauern" zu den Neuen

© Heinz Wagner

Kiku
08/07/2019

Schon mit 9 Jahren einen eigenen Film gedreht

Marii Weichsler (16), spielt Ida, eine der wenigen aus dem Dorf, die sich mit den Neuen, Fremden anfreundet.

von Heinz Wagner

„Das ist zwar mein erster Film, ich interessiere mich aber schon lange dafür“, sagt Marii („das ist mein Spitzname“) Weichsler gleich eingangs zum Kinder-KURIER. „Als ich klein war“ – auf Nachfrage mit ungefähr 9 Jahren – „hab ich mit meiner Schwester, meiner Cousine und meinem Cousin einen kleinen Film gedreht. Wir haben sogar ein Drehbuch geschrieben, im Haus, auf dem Bauernhof und auf der Wiese gedreht, mit einer alten Kassetten-Kamera. Den haben wir dann bei einer Familienfeier hergezeigt.“

Die 16-Jährige aus dem Dorf Kleblach-Lind bei Spittal an der Drau (Kärnten), die derzeit in der genannten Stadt die HLW (Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe) besucht, hatte von ihrer Schwester vom Casting-Aufruf für „Das schaurige Haus“ erfahren, sich beworben und sich sehr gefreut, als sie die Rolle der Ida bekam.

Auch schon im echten Leben eine Brückenfunktion

Selbst hatte sie in ihrem wirklichen Leben auch schon die Rolle, Brücke zwischen ihrer (Klassen-)Gemeinschaft und einer Neuen, Fremden zu sein. „Vor drei Jahren haben wir ein Flüchtlingsmädchen in der Klasse bekommen, da waren einige Burschen ziemlich gemein zu ihr. Ich hab ihr gezeigt und zu verstehen gegeben, dass ich auf ihrer Seite stehe und mich zwischen diese Burschen und sie gestellt. Die Burschen waren dann nicht mehr so böse, auch nicht liebe, sie haben sie nicht mehr beachtet.“

Die Dreharbeiten gefallen ihr sehr, „mit meiner Rolle bin ich sehr zufrieden“.

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Film oder Lehrerin

Auf die Frage, ob sie, die mit 9 Jahren ja schon einen eigenen Film gedreht hat und nun in einem großen Kinofilm mitspielt, sich das als Beruf vorstellen könnte, meint Marii Weichsler: „Wenn sich’s ergibt, könnt ich mir’s schon vorstellen, ansonsten möchte ich Lehrerin werden in der Mittelschule. Wir haben so manche Lehrerinnen und Lehrer gehabt, die nicht fair waren. Das würde ich gern besser machen, weil ich weiß, wie das ist, wenn man ungerecht behandelt wird.“
Unterrichten würde sie dann am liebsten „entweder Mathe und Englisch oder Musik und Turnen“.