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© Polyfilm Verleih & Klett Kinderbuch Verlag; Montage: KiKu

Kiku
10/01/2019

Plötzlich war die Freundin weg …

… und dann die Mauer - (fast) wahre Geschichten aus der Zeit der „Wende“ 1989. (Kinder-)Buch und Animationsfilm.

von Heinz Wagner

Der 1. September war traditionell der erste Schultag in dem Staat, den es seit drei Jahrzehnten nicht mehr gibt, der DDR (Deutsche Demokratische Republik). In diesem Herbst 1989, dem 40. Jahrestag dieses Staates, begann alles anders zu werden. In Fritzis Klasse fehlt Sophie, ihre Nachbarin und beste Freundin. Sie gehörte zu jenen, die Urlaub in Ungarn machten und von dort nicht mehr zurückkamen, sondern den sich öffnenden Grenzzaun zu Österreich nutzten, um über diesen Umweg in die BRD (Bundesrepublik Deutschland), den anderen Teil dieses geteilten Landes, zu kommen.

Die Mauer, die die beiden Teile Berlins trennte, fiel dann im November. Aber bleiben wir noch beim Schulbeginn. Die Leute, die das Land verließen, wurden „Republikflüchtlinge“ geschimpft oder mit einem Mantel des Schweigens umgeben.

Vor diesem Hintergrund recherchierte Hanna Schott, die Autorin von „Fritzi war dabei“, vor mehr als zehn Jahren. Sie wollte ein Kinderbuch schreiben, um diese Geschichte, in eine anschauliche Geschichte verpackt, zu vermitteln. Aus mehreren wahren, echten Erlebnissen baute sie dann eine ausgedachte Geschichte rund um ihre Hauptfigur Fritzi in Leipzig – mit einer Oma in München, die zwar Fritzi besuchen durfte, aber nicht umgekehrt. Fritzi, Liane, Friedhelm und Dörthe „sind zusammen sozusagen Fritzi“, schreibt die Autorin im Nachwort des Buches, das zum 20. Jubiläum der Grenzöffnung erschienen ist.

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Buchinfos

Fritzi war dabei
Eine Wendewundergeschichte

Hanna Schott (Text) mit Bildern von Gerda Raidt

Klett Kinderbuch Leipzig, 2009
www.klett-kinderbuch.de

Die beiden Freundinnen...

Fritzi flüchtet mit Sputnik vor einem StaSi-Typen ...

Fritzi mit Sputnik - und einem Soldaten ...

In der Schule mit der strengen, dogmatischen Lehrerin ...

Der Animationsfilm

Zehn Jahre später kommt nun der Animationsfilm „Fritzi eine Wendewundergeschichte“ in die Kinos. Dieser baut im Wesentlichen auf dem Buch auf, erfindet aber eine Ebene dazu. Das Drehbuch wollte der Handlung eine dramatische Dynamik verleihen. Sophie überlässt ihren Hund Sputnik vor der Fahrt in den Urlaub nach Ungarn der besten Freundin Fritzi. Sophie weiß nichts von den Absichten der Mutter, gar nicht mehr zurück in die DDR zu wollen. Fritzi will nun irgendwie Sputnik der Freundin zurückbringen – zunächst nach Ungarn, dann direkt nach Westdeutschland … Damit stößt sie schrittweise selbst an die Grenzen des Regimes …

„Fritzi eine Wendewundergeschichte
Ab 11. Oktober in österreichischen Kinos

Deutschlandpremiere am 7. Oktober 2019 am geschichtsträchtigem Ort in der Leipziger Nikolaikirche, von wo aus viele Montags-Demonstrationen ihren Ausgang genommen haben

Infos und Video-Ausschnitte

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