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© Jump!Star

Kiku
04/30/2020

„Mutig von der Zukunft zu träumen, in der wir leben möchten“

„Jump!Star“ – ein künstlerisch-soziales Projekt ausgehend von Wien und New York – für Simmering geplant, nun im World Wide Web.

von Heinz Wagner

Nix is fix! Alles verändert sich! Sprüche aus der „Sponti“-Bewegung in den 70- er und 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts sind längst zu geflügelten Worten geworden. Und heute – ach ja, eh schon wissen…

Daran knüpft das künstlerisch-soziale Projekt „Jump!Star“ an, das von Brunnenpassage und Weltmuseum Wien gemeinsam mit George Ferrandi in New York und einem Team weiterer Künstler_innen ausgedacht wurde und durchgeführt wird.

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Zuhause und doch in der Welt

Ursprünglich als analoge, live und gemeinsame künstlerisch-soziale Aktion in Wien-Simmering gedacht, musste es natürlich ins Internet verlegt werden. Was dem Projekt aber eine globalere Dimension ermöglicht(e). Sozusagen unter dem Motto: „Jeden Tag. Zuhause. Weltweit verbunden.“

Als Zeichen der Verbundenheit flechten die – regelmäßigen – Teilnehmer_innen aus Stoffstücken, die sie zu Hause haben Stückerln. Die heben sie auf, bis es endlich wieder live-Treffen – auch ohne Abstandsregeln – geben kann. Dann sollen die Teile zu einem Seil verknüpft werden „um einen Raum für ein feines Fest in Simmering zu erschaffen“. Simmering, ein Bezirk im Süden Wiens, deswegen, weil „Jump!Star“ ursprünglich dort stattfinden sollte.

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Hilfe vor Ort

Es ist aber keine Online-Bastelstunde, Flechten ist in dem Fall „nur“ ein Symbol für das Vernetzen, verknüpfen – verschiedener Künstler_innen und sozialer Initiativen. Bei jenem Online-Meeting, das auch der Kinder-KURIER besuchte, waren nicht nur die oben schon genannte New Yorker Künstlerin. Es nahmen unterschiedlichste Menschen von Kanada bis zum Waldviertel teil.

Und drei aus Simmering – von einer Initiative der Jungen Generation, die aber bewusst ganz überparteilich arbeitet, wie Ava mehrmals betont. „Better Together in Simmering“ sammelt Lebensmittel und hängt sie in Sackerl an „Gabenzäune“, damit sie Bedürftige trotz Distanz-halten-müssens nehmen können. Sie berichtete aber auch, dass sie in Altersheimen Infos hinterlassen haben mit einer Telefonnummer, wo anrufen kann wer will – einfach um in der Einsamkeit und Abgeschlossenheit zu tratschen. Was erstaunt aber gern angenommen worden ist.

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Flechten, reden, tanzen, singen

Die täglichen 1 ½-stündigen Online-Treffen dienen auch dem Austausch von Meinungen, Ideen usw. wie sich Zusammenleben, eine zukünftige Welt verändern, verbessern könnte, sollte… Und in den Sessions wird auch gemeinsam gesungen und getanzt.

Achja, „Jump!Star“ – der Titel wurde geboren aus der Erkenntnis, dass selbst sogenannte Fixpunkte, wie der Polar- oder Nordstern nicht immer an derselben Stelle zu sehen ist/sein wird. Weil sich nicht nur die Erde selbst dreht, sondern auch die Erdachse in rund 26.000 Jahren in einer Art Kreiselbewegung, ist in der Verlängerung der Erdachse über dem Nordpol eben immer wieder ein anderer Stern zu sehen. Seit geraumer Zeit eben der hellste am Sternenhimmel der Nordhalb-Kugel der genannte. Er wird abgelöst werden durch Errai (Gamma Cephei) – wie das Projekt sagt in 1000 Jahren, die mehreren Wikipedia-Seiten sprechen von in ungefähr 2000 Jahren.

Ergänzung durch die künstlerische Leiterin - 2. Mai 2020, 0.31 Uhr

Zur Frage ob in 1000 oder erst in 2000 Jahren der Polar- oder Nordstern durch Errai (Gamma Cephei) abgelöst werden wird, mailte die künstlerische Leiterin George Ferrandi aus New York dem KiKu ergänzend Folgendes:
Um festzustellen, welche Sterne sich über unserer Nordpolarachse befinden würden und wann, habe ich mit der Astrophysikerin in unserem Team, Jana Grcevich, gesprochen, die zu dieser Zeit am amerikanischen Naturkundemuseum in New York arbeitete und jetzt an der Columbia University arbeitet. Über die Open-Source-Software „Stellarium“ können Modell-Grafiken des Nachthimmels zu jedem Zeitpunkt in der Geschichte oder in der Zukunft erstellt werden. Das Programm berücksichtigt die „Präzession“ der Erdachse (diese Kreiselbewegung Anm. der Red.) sowie die Bewegung der Sterne selbst. Meine Forschung ergab, dass unser nächster Nordstern, Errai alias Gamma Cephei (oder Ceph, im Volksmund „Jump! Star“) nahe genug sein wird, um Polaris als Nordstern der Erde in ungefähr 1000 Jahren zu ersetzen. Er wird in 2000 Jahren am direktesten über unserer Polar-Achse liegen, wird aber vorher tausend Jahre lang als unser Nordstern angesehen.“

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Online-Abschluss-Party: Jede/r willkommen

Aber wie auch immer – es ist eben so ziemlich nix fix. Und wer künstlerisch, flechtend oder „nur“ diskutierend mitmachen will, ist – natürlich kostenlos – willkommen. Am Sonntag, 3. Mai 2020, wird zum gemeinsamen, großen Abschlussfest geladen – via Zoom – Link unten in der Info.

Follow@kikuheinz

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Jump!Star
Brunnenpassage in Kooperation mit Weltmuseum Wien und der US Künstlerin George Ferrandi

Team: Karin Cheng, Teresa Distelberger, Zuzana Ernst, George Ferrandi, Bianca Figl, Anna Gabersci, Melika Ramić, Futurelove Sibanda, Mario Aka Touched

Unterstützt durch Shift Wien

Trailer

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