Lauter „Würstel“ oder arme Hunde?

Szenenfoto aus "Wuff - Wer rettet die Welt"
„Wuff – Wer rettet die Welt“ vom Ensemble Materialtheater lässt die Welt nicht vor die Hunde gehen…

Rund um den Hund, oft als treuester Freund/Begleiter des Menschen bezeichnet, gibt es so manche Redewendung. Viele davon, eher negativ besetzt. Auf den Hund gekommen steht für runtergekommen. Hündisch ergeben ist mehr als unterwürfig. „Du Hund“ ein Schimpfwort.

Dass nicht viele Erwachsene viel netter und lieber zu Hunden als zu Kindern sind, erleben Letztere oft schmerzlich. Und dann gibt es noch den Spruch, viele Herrln und Frauerln würden sich im Laufe der Jahre immer ähnlicher mit ihren Hunden. So auch in „Wuff“ – Wer rettet die Welt“ vom deutschen Ensemble Materialtheater. Die beiden Menschen, die im Freien auf einer Parkbank nächtigen, kommen allein schon durch ihre roten Nasen und die – unterschiedlichen – Kopfbedeckungen optisch Hundegesichtern.

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Szenenfoto aus "Wuff - Wer rettet die Welt"

Zwischen Computer und Rost-Post-Kastl

Sie leben in einem schrägen Mix aus digitaler und analoger Welt. Haben sie Hunger, so tippen sie in ihren Laptop Salami. Und im rostigen Postkastl an einer Stange mit den Zeichen für „Hunde an die Leine“ und mit durchgestrichenem kackenden Hund landen die bestellten Würste. Ein bisschen slapstickartig, clownesk agieren die beiden. Und dann tauch ein Hund auf – ein wuscheliger Art (Wisch-)Mop. Später ein anderer aus Stoff. Und noch einer. Dann düst ein weiterer in einem Art E-Auto über die Bühne – bis sich herausstellt, dass dieser Hund keine Beine hat – verloren bei einem Unfall im Zirkus. Der nächste – Körper aus einer umgedrehten Tasche – scheint hölzerne Prothesen satt vier Beinen zu haben. Eine inklusive, vielfältige Hundeschar – jeweils benannt nach der dominierenden Farbe ihres „Fells“: Grau, Beige, Rosa, Aubergine, Rainbow (Regenbogen) …

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Erzähler und Musiker

Herz

Und trotz anfänglichen Versuchen, den ersten Hund wegzugeben, haben die beiden offensichtlich Obdachlosen nicht das Herz, grausam zu sein. Natürlich teilen sie ihre Würste. Und auch manchmal statt Salami Salat – die Hundeschar ist so divers, dass sich unter ihr auch Veganer befinden. Eben Weltrettung im Kleinen – und doch so groß!

Begleitet und untermalt wird das Spiel von Sigrun Kilger und Annette Scheibler durch den Live-Musiker Daniel Kartmann, der am Rande der Bühne auf Metallophon, Trommel und anderen Schlaginstrumenten spielt. Und der auch den Rahmen der Geschichte erzählt. So kommt er auf die Bühne, sagt, er sei durch die Straßen gegangen und „auf einmal saß da eine Geschichte vor mir“
Und er nahm sie mit …

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Szenenfoto aus "Wuff - Wer rettet die Welt"

Wuff – Wer rettet die Welt
Ensemble Materialtheater/Deutschland
Figurentheater

Idee/Spiel: Sigrun Kilger, Annette Scheibler
Live- Musik: Daniel Kartmann
Figuren & Objekte: Ute Kilger

Regie: Alexandra Kaufmann
Dramaturgie, Slapstick: Alberto García Sánchez
Licht, Bühne: Luigi Consalvo
Künstlerische Mitarbeit: Manon Dumonceaux, Katharina Wibmer

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