Die "Übersetzungs"hilfe bei Blind Cinema

© Heinz Wagner

Kiku
06/27/2019

Kinofilm mit verbundenen Augen

„Blind Cinema“ im Moviemento im O.K beim Festival Schäxpir mit Rollentausch.

von Heinz Wagner

Silent Disco ist mittlerweile weit verbreitet - jede und jeder hört die Musik über Kopfhörer und außen rundherum ist es eben ganz still. Das Festival Schäxpir holt nun mit Blind Cinema ein relativ junges, neues Format nach Österreich. Im Moviemento, dem Kino im Offenen Kulturhaus O.K, können die Gäste einen Film erleben ohne ihn zu sehen. Erinnert an die Erlebnisausstellungen „Dialog im Dunklen“ - Sehende lassen sich für eine gewisse Zeit auf eine Welt ein, in der sie diesen Sinn nicht benutzen können. Führen dort Blinde durch und vermitteln, wie viel und was alles sie wahrnehmen, so erzählen im Blind Cinema sehende Kinder über Flüsterrohre und Trichtern den vor ihnen sitzenden Jugendlichen (ab 16) und Erwachsenen, die ihre Augen verbunden haben, was sich auf der Leinwand abspielt. Filme für dieses Format werden extra produziert, die Kinder, die audiokommentieren, sehen den Film bei der jeweiligen Vorführung zum ersten Mal. Und so hat jede und jeder im Publikum auch eine durchaus andere Erzählung, mit der sie oder er das Kino verlässt. Und nicht nur das starke Erlebnis, einen Film „nur“ zu hören, sondern für viele auch eine Art Rollen-Umkehr: Kinder erzählen den „Großen“, was sich abspielt ;)

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Infos: Was? Wer? Wo?

Blind Cinema
Koproduktion von Vooruit (Gent), Beursschouwburg (Brüssel) und Bronks Theatre (Brüssel).
Britt Hatzius (Deutschland / Großbritannien)
Ab 16 J., ca. ¾ Stunde

Regie & Konzept: Britt Hatzius
Dramaturgie: Ant Hampton
Film: Britt Hatzius, Simon Arazi, Maxim, Boris Belay
Künstlerische Produktion: Katja Timmerberg
Einflüsterer_innen: Schüler_innen VS Eidenberg (3A, 3B), VS1 Gallneukirchen (4A), Auhof-Gymnasium (2F, 2G)